Ausland

Deutschland stockt Hilfe gegen Ebola auf

  • Dienstag, 18. August 2026
Gesundheitspersonal desinfiziert im Ebolabehandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses von Bunia den Sarg eines Ebolaopfers. /picture alliance, AP, Dirole Lotsima Dieudonne
Gesundheitspersonal desinfiziert im Ebolabehandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses von Bunia den Sarg eines Ebolaopfers. /picture alliance, AP, Dirole Lotsima Dieudonne
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Berlin – Angesichts der sich ausbreitenden Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik (DR) Kongo will Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) die Hilfe Deutschlands aufstocken.

„Wir müssen ja gerade in Krisensituationen auch handlungsfähig bleiben“, sagte sie im RBB. Die Lage im Kongo sei absolut dramatisch, so die SPD-Politikerin: „Wir können jetzt davon ausgehen, dass es der schwerste Ebolaausbruch in der Geschichte des Landes ist.“

Die Ministerin erklärte, Deutschland habe seine Hilfe nochmal aufgestockt und 11 Millionen Euro zusätzlich auf den Weg gebracht, um gegen den Ebolaausbruch anzukämpfen. Erschwert werde die Situation dadurch, dass im Land gleichzeitig bewaffnete Konflikte stattfinden.

„Es ist unglaublich schwer für die Gesundheitskräfte dort, überhaupt an die Menschen zu kommen“, betonte sie. In dieser Lage zahle es sich aus, dass die deutsche Hilfe bereits langfristig vor Ort sei: „Wir können jetzt auch schnell reagieren und helfen ganz konkret vor Ort.“

Deutschland liefere Ausrüstung, stelle mobile Labore zur Verfügung und schule Gesundheitskräfte. Langfristig unterstütze die Bundesrepublik die Entwicklung von Impfstoffen, so Alabali Radovan: „Gerade aus der Coronapandemie haben wir gelernt, dass der afrikanische Kontinent ganz dringend eigene Impfstoffproduktion braucht.“

Ebola-Schnelltests für 2,5 Millionen Euro

Die Europäische Kommission hat Ebola-Schnelltests und Testgeräte im Wert von 2,5 Millionen Euro für die Demokratische Republik Kongo bereitgestellt. Die ersten Lieferungen an Africa CDC (Afrikanische Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention) sollen noch im August erfolgen, hieß es. Eine weitere Vereinbarung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über zusätzliche Tests wird demnach vorbereitet.

„Diese Tests werden dazu beitragen, Fälle früher zu erkennen, Patienten schneller zu behandeln und eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern“, sagte die für Krisenmanagement zuständige Kommissarin Hadja Lahbib. Europa setze das, was man vor Ort gehört habe, in konkrete Unterstützung um und arbeite dabei mit dem Africa CDC und der WHO zusammen.

Die WHO berät heute in Genf über die Ebolaepidemie in der DR Kongo. Gestern hatte die Regierung des Landes mitgeteilt, dass bislang 2.325 Menschen an dem tödlichen Virus gestorben seien.

Die WHO fürchtet, dass der aktuelle Ausbruch im Kongo noch nie dagewesene Ausmaße annehmen könnte: Während der ersten drei Monate des aktuellen Ausbruchs war die Zahl der Krankheitsfälle und Toten bereits um ein Mehrfaches höher als die vergleichbare Zahl in den ersten drei Monaten des Ausbruchs in Westafrika.

Der aktuelle Ausbruch im Kongo wurde Mitte Mai bekannt. Er ist besonders schwer einzudämmen, da es sich um den Ebolaerreger vom Typ Bundibugyo handelt, für den es bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren.

Angesichts der Schwere des Ausbruchs soll zudem geklärt werden, ob der Erreger womöglich mutiert ist. Ebolafieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.

kna/dpa/may

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