Politik

Deutschland zweitgrößtes Geberland für humanitäre Hilfe

  • Dienstag, 14. Juni 2022
/amebar, stockadobecom
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Berlin – Seit 2016 ist Deutschland weltweit zweitgrößter Geberstaat für humanitäre Hilfe. Das geht aus einem Bericht der Bundesregierung zur deutschen humanitären Hilfe im Ausland hervor.

Laut den Daten der Bundesregierung seien die die Mittel für humanitäre Hilfen seit 2018 um etwa 70 Prozent – also knapp 2,57 Milliarden Euro – erhöht worden (Stand 2021). Besonders die Coronapandemie hatte 2020 für den rasanten Anstieg der erforderlichen finanziellen Mittel gesorgt. Dies setzte sich 2021 fort, doch auch in Afghanistan sei der Bedarf massiv angestiegen, so heißt es im Bericht.

Dieses Jahr wird von der Bundesregierung besonders der Krieg Russlands gegen die Ukraine als Grund für einen Ausbau der humanitären Hilfe angegeben. Die globale humanitäre Lage sei durch die schnell steigenden Bedarfszahlen, stetig anwachsenden Flüchtlingszahlen, einer Ausbreitung des Hungers und von Missachtung des humanitären Völkerrechts geprägt.

Waren Anfang 2018 noch 128 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen, waren es Ende 2021 mit 274 Millionen fast doppelt so viele. Der von den Vereinten Nationen (VN) veranschlagte Finanzbedarf stieg 2021 auf rund 37 Milliarden US-Dollar.

Die Ausführungen der Bundesregierung zeigen, dass Deutschland mit Partnerländern zwar als wichtiger Partner für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der humanitären Hilfe zur Verfügung steht – was die existenziellen Herausforderungen an das System jedoch nicht verhindern könne. Bereits vor Kriegsausbruch hätte eine finanzielle Lücke bestanden und die Finanzsituation werde sich nun weiter zuspitzen.

Als dritten Hauptgrund für notwendige humanitäre Hilfe gab die Bundesregierung den Klimawandel an. Durch das Fortschreiten des Klimawandels würde auch die Anzahl von Naturkatastrophen – zum Beispiel Überschwemmungen oder Stürme – steigen. Auch die Wasserknappheit sorgt laut Bericht für die Inanspruchnahme humanitärer Hilfe.

Aus der kontinuierlich größer werdenden Lücke zwischen Bedarf und zur Verfügung gestellter Mittel ergebe sich die Notwendigkeit, das humanitäre System effizienter zu gestalten. Die Bundesregierung verweist diesbezüglich auf den in Umsetzung befindlichen Reformprozess. Fortschritte seien unter anderem in den Bereichen Lokalisierung, Flexibilisierung der Mittel, humanitäre Geldleistungen, Bedarfsanalysen und Abbau von Bürokratie erzielt worden.

aro

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