Deutschsprachige Länder wollen bei Big Data enger zusammenarbeiten

Berlin – Die Gesundheitsminister der Schweiz, Österreichs, Luxemburgs, des Fürstentums Liechtenstein und Deutschlands wollen bei der Nutzung von Big Data im Gesundheitswesen enger zusammenarbeiten. „Es gilt, die an verschiedenen Stellen unseres Gesundheitswesens liegenden Daten besser zu erfassen und zu verknüpfen, um neue Zusammenhänge zu erkennen und für Forschung und Versorgung zu nutzen“, heißt es in der Abschlusserklärung eines Treffens der fünf Minister am 2. und 3. September 2018 in Lindau am Bodensee.
Ein Beispiel dafür sei die Krebsforschung. „Insbesondere werden wir prüfen, inwieweit sich durch konkrete Ansätze der Zusammenarbeit im deutschsprachigen Raum ein Mehrwert ergeben kann, zum Beispiel bei der Übersetzung und Verwendung semantischer Standards“, kündigten die Minister an.
Der Pflegekräftemangel war ein weiteres Thema des Treffens. „Wir sind übereingekommen, uns in einem Netzwerk der fünf deutschsprachigen Länder über Sprachanforderungen und verbesserte Instrumente des Spracherwerbs im Zusammenhang mit der Rekrutierung und Qualifizierung ausländischer Fachkräfte im Pflegebereich auszutauschen. Außerdem werden wir gemeinsam Ideen entwickeln, wie der Globale Verhaltenskodex der Weltgesundheitsorganisation für die Internationale Anwerbung von Gesundheitsfachkräften (WHO Global Code of Practice) zeitgemäß umgesetzt werden kann“, kündigten die Minister an.
Sie wollen sich außerdem für mehr Gesundheitskompetenz der Bürger einsetzen und dazu eine internationale Gesundheitskompetenz-Studie unterstützen.
„Deutschland, die Schweiz, Österreich, Luxemburg und Liechtenstein stehen vor ähnlichen gesundheitspolitischen Herausforderungen, etwa in der Digitalisierung des Gesundheitswesens oder der Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Diese Themen könne man gemeinsam besser angehen. Zugleich könnten die Länder gegenseitig von erfolgreichen Modellen und Regelungen lernen.
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