Diabetes-Präventionsprojekt erhält Millionenförderung

Bad Segeberg/Kiel – Das unter Federführung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) stehende Kooperationsprojekt „Dimini – Diabetes mellitus? Ich nicht!“ erhält rund vier Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes. Ziel von Dimini ist es, die Gesundheitskompetenz von Menschen mit erhöhtem Risiko für Typ-2- Diabetes zu stärken, um einerseits die Entstehung der Krankheit zu verzögern oder sogar zu verhindern und andererseits Kosten für die medizinische Versorgung zu senken.
Eine begleitende Studie in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hessen soll zudem die Wirksamkeit des Projektes untersuchen. „Das ist ein großer Erfolg für den gemeinsamen Kampf gegen Diabetes und wird die Präventionsarbeit in Schleswig-Holstein weiter stärken“, sagte Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD), die zugleich Schirmherrin des Projektes ist.
Dimini richtet sich an Menschen über 18 Jahre aus Hessen und Schleswig-Holstein, die bei einer der beteiligten Krankenkassen versichert sind. Um Diabetes wirksam vorzubeugen, ermitteln die an dem Projekt teilnehmenden Ärzte zunächst das individuelle Risikoprofil der Versicherten. Je nach Ergebnis erfolgt die weitere Betreuung durch den Arzt, die – über mehrere Termine verteilt – maximal 15 Monate dauert und beispielsweise eine oder mehrere Beratungen zu Ernährung und Bewegung enthalten kann. Für die Versicherten ist die Teilnahme kostenlos, die Ärzte erhalten für ihre Leistungen ein extrabudgetäres Honorar.
„Diabetesprävention und die Förderung der Gesundheitskompetenz sind Themen, die in Zukunft eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen spielen werden“, sagte Monika Schliffke, KVSH-Vorstandsvorsitzende. Sie sieht in Dimini ein partnerschaftliches Leuchtturmprojekt für das deutsche Gesundheitswesen.
Neben KVSH und KVH arbeiten in dem Projekt AOK NordWest, Barmer, DAK-Gesundheit, Techniker Krankenkasse und AOK Hessen zusammen. Zu den weiteren Partnern in beiden Regionen gehören Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation (DGPR), MSD, das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) sowie die Bundesagentur für Arbeit.
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