Diabetologen kritisieren Sponsoring-Aktivitäten des Deutschen Fußballbundes

Düsseldorf – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ärgert sich über das Sponsoring-Konzept des Deutschen Fußballbundes (DFB). „Ausgerechnet der DFB, zu dessen Kernaufgaben die Förderung des Sportnachwuchses gehört, macht massiv Werbung für ungesunde Zuckerbomben und Übergewicht fördernde Fast-Food-Produkte“, kritisierte die Fachgesellschaft kurz vor Start der Europameisterschaft in Frankreich. DDG-Präsident Baptist Gallwitz forderte den Verband auf, „sein Sponsoring-Konzept zu überdenken, um seiner Vorbildfunktion und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden!“
Dem DFB ist Kritik an seinen Werbepartnern offenbar bekannt – jedenfalls reagiert der Fußballbund auf entsprechende Anfragen mit vorgefertigten Textbausteinen. So liegt der DDG eine Antwort des DFB vor, die ähnlich lautend auch an andere Organisationen verschickt wurde. Darin wirbt der Fußballbund um Verständnis für die Notwendigkeit wirtschaftlicher Unterstützung durch Sponsoren und Partner und stellt dann fest: „Die Mitarbeiter innerhalb des DFB sowie die Repräsentanten sind sich ihrer Vorbildfunktion vor allem für Kinder und jugendliche Fußballanhänger bewusst und nehmen diese sehr ernst.“
Werbebotschaften sind gesundheitsgefährdend
„Die Signale, die von den aktuellen Werbebotschaften des DFB ausgehen, sind nicht vorbildlich, sondern gesundheitsgefährdend“, erklärte dagegen Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG. „Mithilfe der Fußballidole wird suggeriert, dass Coca-Cola, Nutella und McDonald’s Fitness fördern und Höchstleistungen ermöglichen – das ist nicht nur eine falsche, sondern auch eine gesundheitsschädliche Botschaft“, so der DDG-Geschäftsführer. „Es stünde dem Fußballbund besser an, für gesunde Produkte zu werben“, betonte Gallwitz.
Die Fachgesellschaft weist daraufhin, dass ungesunde Ernährung und Übergewicht weltweit als das größte Gesundheitsrisiko eingestuft würden. Sie plädiert daher dafür, ungesunde Lebensmittel mit Steuern zu belegen und gleichzeitig gesunde Produkte wie Obst und Gemüse steuerlich zu entlasten. Eine gesunde Ernährung dürfe kein Statussymbol für Besserverdienende sein, hieß es aus der DDG.
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