Ausland

Diphtherie: Ausbruch in Guinea

  • Mittwoch, 18. Oktober 2023
/Dr_Microbe, stock.adobe.com
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Genf – Im Osten Guineas sind seit Anfang Juli 538 mögliche Diphtheriefälle gemeldet worden. Darauf hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hingewiesen. Von den gemeldeten Fällen sind 18 bestätigt, 520 sind noch Verdachtsfälle. Es kam bislang zu 58 Todesfällen, darunter wurde bei 13 eine Diphtherie bestätigt.

Mit 445 Fällen entfiel der größte Anteil der gemeldeten Diphtheriefälle auf die Altersgruppe der ein- bis vierjährigen Kinder (82 Prozent), gefolgt von der Altersgruppe der Fünf- bis Neunjährigen (fünf Prozent) und der Altersgruppe der Zehnjährigen und älter (fünf Prozent). Kinder unter zwölf Monaten machten sieben Prozent der gemeldeten Fälle aus. Keiner der 538 Fälle war geimpft.

Diphtherie ist in Ländern mit unzureichender Routineimpfung nach wie vor ein großes Gesund­heitsproblem. Laut WHO/UNICEF-Schätzungen lag die Durchimpfungsrate mit dem Diphtherie-Tetanus-Toxoid- und Keuch­husten-Impfstoff in Guinea im Jahr 2022 bei 47 Prozent und ist seit 2014 unter 50 Prozent geblieben.

Dies reicht laut der WHO nicht aus – die für die Aufrechterhaltung des Gemeinschaftsschutzes erforderliche Durchimpfungsrate sollte vielmehr bei mindestens 80 bis 85 Prozent liegen.

Die WHO schätzt das Diphtherierisiko in Guinea angesichts der chronisch niedrigen Durchimpfungsrate weiterhin als hoch ein. „Die Behandlungszentren im Land verfügen nicht über die personellen und materiellen Kapazitäten für ein angemessenes Fallmanagement“, warnt die WHO.

hil

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