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Dräger hofft beim PFAS-Verbot auf die Bundesregierung

  • Montag, 10. August 2026
/picture alliance, Axel Heimken
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Lübeck – In der Debatte um ein weitreichendes PFAS-Verbot auf Ebene der Europäischen Union (EU) wartet Drägerwerk-Chef Stefan Dräger auf ein Einschreiten der Bundesregierung.

„Die Bundesregierung könnte noch immer eingreifen und sagen, wir haben jetzt eine politische Bewertung auch der gesellschaftlichen Auswirkungen vorgenommen und wir wollen den Vorschlag ändern“, betonte er. Man warte auf eine Initiative der Regierung, den deutschen Industriestandort zu retten.

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Es handelt sich um eine Gruppe industriell hergestellter Chemikalien, die wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Mehr als 10.000 verschiedene Verbindungen sind bekannt. Die Stoffe bauen sich in der Umwelt und im Körper nicht oder kaum ab und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Es gibt Hinweise, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sind.

„Die diskutierte PFAS-Regelung ist existenzbedrohend, nicht nur für Dräger“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Er sprach sich dafür aus, dass die Industrie besonders nützliche Stoffe weiter verwenden darf – sofern diese ungiftig und nicht wasserlöslich sind.

Als Voraussetzung müssten Produktion, Gebrauch und Entsorgung kontrolliert werden. PFAS seien zwar sehr beständig und gehörten nicht in die Umwelt, aber nicht alle seien gefährlich.

PFAS sind bereits teils international, teils auf EU-Ebene und teils national reguliert. In der EU läuft seit 2023 ein weitreichendes Beschränkungsverfahren, das Behörden aus fünf europäischen Ländern – darunter Deutschland – angestrengt haben. Es werden mehrere Varianten diskutiert. Inzwischen gilt die Option eines Totalverbots als voraussichtlich nicht umsetzbar. Das Bewertungsverfahren soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

dpa

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