Politik

Druckentlastung durch interatrialen Shunt bei fortgeschrittener Linksherzinsuffizienz vorteilhaft

  • Montag, 9. Februar 2026
/appledesign, stock.adobe.com
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Köln – Bei einer fortgeschrittenen Linksherzinsuffizienz kann die Implantation eines interatrialen Shunts sinnvoll sein, also einer direkten Verbindung zwischen linkem und rechtem Vorhof. Das geht aus einer Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hervor.

Das Institut bewertete vom Hersteller nachgelieferte und zuvor unveröffentlichten Ergebnisse einer Studie namens „Relieve-HF“. Eingeflossen sind die Daten von 206 Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (<40 Prozent) und einem erhöhten linksatrialen Druck, die trotz leitliniengerechter medikamentöser Behandlung symptomatisch waren.

Ziel war die Nutzenbewertung einer Behandlung mit perkutan implantiertem interatrialen Shunt als mögliche Ergänzung einer leitliniengerechten medikamentösen Behandlung im Vergleich zu einer alleinigen medikamentösen Standardversorgung.

Die neu vorliegenden Ergebnisse zu Gesamthospitalisierungen zeigen einen statisch signifikanten Unterschied nach bis zu zwei Jahren zugunsten der Interventionsgruppe (HR: 0,61; 95 %-Konfidenzintervall: [0,47; 0,79]).

„Dies bestätigt, dass die Patientinnen und Patienten der Interventionsgruppe nicht nur aufgrund der Herzinsuffizienz, sondern auch insgesamt seltener hospitalisiert wurden“, schreibt das IQWiG-Team in dem Report. Daraus ergebe sich für diesen Endpunkt ein Hinweis auf einen höheren Nutzen des Shunts gegenüber der Standardtherapie.

Hinsichtlich weiterer Kategorien wie Mortalität und gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigten die Daten keine Vorteile des Shunts. Gleiches gilt für die Endpunkte Gesundheitszustand und körperliche Belastbarkeit. „Andererseits ist anhand der nachgereichten Daten zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen jetzt auch erkennbar, dass sich durch den Shunt kein höherer Schaden ergibt“, berichtet die IQWiG-Arbeitsgruppe.

„Das Beispiel interatrialer Shunt zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass Hersteller uns vollständige Daten vorlegen“, betonte Konstanze Angelescu aus dem IQWiG-Ressort Nichtmedikamentöse Verfahren. Zuvor hatte der Hersteller nicht alle notwendigen Daten zu Krankenhauseinweisungen offengelegt, obwohl diese vorlagen. Auch zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen fehlten ursprünglich Angaben.

hil

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