Ebola-Ausbruch: Budget von mehr als 500 Millionen Dollar benötigt

Genf – Für die Reaktion auf den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik (DR) Kongo und in Uganda sowie Vorbereitungen in gefährdeten Nachbarländern wird im kommenden halben Jahr mit einem Mittelbedarf von 518 Millionen US-Dollar gerechnet. Das geht aus einem Aktionsplan hervor, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die afrikanische Seuchenschutzbehörde Africa CDC heute vorgestellt haben.
Bisher gebe es lose Finanzierungszusagen über rund 315 Millionen US-Dollar von verschiedenen Ländern und Organisationen, aber es sei noch kein Geld geflossen, führte der Generaldirektor des Africa CDC, Jean Kaseya, aus. Er zeigte eine Tabelle, die unter anderem von den USA 82 Millionen Dollar listete und 17 Millionen von der Europäischen Union (EU). Kaseya bezeichnete den Ausbruch als sehr ernst und appellierte an Geber, Ressourcen für den Plan bereitzustellen.
Der Plan umreißt, wie die Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs von Juni bis November gestärkt werden können, etwa mit Säulen wie Krankheitsüberwachung, Labordiagnostik, Infektionsprävention und -bekämpfung, klinischer Versorgung, Einbindung der Bevölkerung, Forschung und Logistik. Vorgesehen ist auch die Stärkung der lokalen Gesundheitssysteme, damit etwaige Fälle dort schnell erkannt werden können.
In den nächsten Monaten könnte die Zahl bestätigter Fälle nach Hochrechnungen im Plan auf 3.600 steigen. Mit inzwischen knapp 400 bestätigten Fällen handelt es sich nach Angaben Kaseyas bereits um den größten Ausbruch der Bundibugyo-Spezies des Ebolavirus. Diese war erst aus zwei früheren Ausbrüchen bekannt.
Bisher sind 63 Todesfälle erfasst. Kaseya betonte aber, dass im Moment durch eine hohe Zahl an noch nicht abgeklärten weiteren Todesfällen keine Schlussfolgerungen zur Fallsterblichkeit angestellt werden sollten. Nach Zahlen des Africa CDC liegt die Zahl der Verdachtsfälle immer noch bei mehr als 100.
Das Papier ist nach WHO-Angaben als Ergänzung zu Plänen gedacht, die die Regierungen der beiden bisher vom Ausbruch betroffenen Länder bereits erlassen haben. Es komme jetzt auf Geschwindigkeit, Koordination und Konsistenz an, betonte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Reaktion auf den Ausbruch werde vom eigenen Kontinent aus angeführt, unterstrich Kaseya.
Der Ausbruch war Mitte Mai von der WHO zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt worden. Gegen den vorliegenden, bisher seltenen Erreger gibt es bisher keine spezifischen Impfstoffe und Therapeutika, auch Schnelltests sind nicht vorhanden.
Hinzu kommt eine Reihe weiterer Faktoren, die zu einer aufwendigen Bekämpfung führen dürften, das Deutsche Ärzteblatt berichtete.
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