Ausland

Ebola bei Rückkehrer aus Ausbruchsgebiet in Frankreich nachgewiesen

  • Mittwoch, 24. Juni 2026
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus /picture alliance, KEYSTONE, MARTIAL TREZZINI
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus /picture alliance, KEYSTONE, MARTIAL TREZZINI

Paris – Erstmals seit Beginn des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik (DR) Kongo ist das Virus nach Europa eingeschleppt worden: In Frankreich wurde es bei einem Patienten nachgewiesen. Es handelt sich um einen Arzt, der als humanitärer Helfer aus dem zentralafrikanischen Land zurückkehrt war, hieß es vom französischen Gesundheitsministerium.

Direkt nach seiner Ankunft sei der Mann in ein Krankenhaus gebracht und isoliert worden, um jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Der Zustand des Mannes sei stabil. Es werde untersucht, wer mit ihm in Kontakt war. Die Kontaktpersonen sollten für 21 Tage zu Hause in Quarantäne.

„Dieser Fall erinnert an die Risiken, denen Einsatzkräfte an vorderster Front ausgesetzt sind“, sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, heute in Genf. Insgesamt hätten sich inzwischen knapp 80 Gesundheitsfachkräfte angesteckt.

Das Risiko für den Rest der Welt bleibe gering, betonte Tedros mehrfach. Es bestehe kein Grund zur Panik, weder Frankreich noch andere europäische Länder sollten überreagieren, riet er. Es seien auch bei Ebola-Ausbrüchen in der Vergangenheit nur selten Fälle außerhalb Afrikas aufgetreten.

Nach Angaben von Tedros gibt es bei der Ausbruchsbekämpfung vor Ort in der DR Kongo trotz der rasch steigenden Fallzahlen ermutigende Signale. So sei etwa die Zahl der Behandlungsbetten von zehn auf mehr als 500 gesteigert worden, die Zahl der pro Tag möglichen Tests von 30 auf mehr als 2.000 durch Ausweitung der Laborkapazitäten. Auch das Bewusstsein für die Risiken der Erkrankung in den Communitys wachse.

„Wir könnten viel mehr Leben retten mit Medikamenten“, hielt Tedros aber auch fest. Die Vorbereitungen für eine Studie dazu seien nun abgeschlossen und könnten kommende Wochen in der DR Kongo beginnen. Dann sollen auch weitere Informationen dazu bekanntgegeben werden. Tedros sagte über das Studienziel bereits, es solle geprüft werden, ob die Optionen Remdesivir und MBPC134 allein oder in Kombination die Sterblichkeit bei Infizierten senken könnten.

Der Fall in Frankreich sei nun „der erste nach Europa eingeschleppte Ebola-Fall seit Beginn des aktuellen Ausbruchs“, bestätigte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) im schwedischen Solna.

Zwischenzeitlich war ein an Ebolafieber erkrankter US-amerikanischer Arzt nach Deutschland ausgeflogen und in der Charité in Berlin behandelt worden. Mittlerweile wurde er nach überstandener Erkrankung entlassen.

Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai ist die Zahl der bestätigten Fälle in der Demokratischen Republik Kongo auf mehr als 1.000 gestiegen. Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa sind von den bestätigten Ebola-Erkrankten in drei nordöstlichen Provinzen des Landes insgesamt mehr als 260 gestorben. Auch Uganda ist betroffen.

ggr/dpa

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