Kenia stoppt Bau von Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger

Nairobi – Nach wochenlangen Protesten mit mehreren Toten und einer Strafandrohung des Obersten Gerichts hat die kenianische Regierung die Arbeiten an einem Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger gestoppt. Er habe die Einstellung „aller Vorbereitungen, Bauarbeiten und anderer damit zusammenhängender Tätigkeiten auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia“ angeordnet, erklärte der kenianische Gesundheitsminister Aden Duale heute.
Die kenianischen Behörden hatten die Errichtung des Quarantänezentrums im Mai angekündigt. Seitdem war es immer wieder zu wütenden Protesten gekommen, bei denen mindestens drei Demonstranten getötet wurden. Die Protestierenden befürchteten, dass sich das Virus von der Einrichtung aus auch in Kenia verbreiten könnte, wo bislang noch nie ein Ebola-Fall registriert worden war.
In der Einrichtung auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nairobi sollten US-Bürger aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo unterkommen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen waren. Das Zentrum sollte über 50 Isolierbetten verfügen, von US-Mitarbeitern verwaltet werden und stand offenbar kurz vor der Fertigstellung. Im Kongo grassiert derzeit eine Ebola-Epidemie.
Allerdings hatten Menschenrechtsgruppen vor dem Obersten Gericht gegen die Einrichtung geklagt und Ende Mai Recht bekommen. Die Regierung hatte die Anordnung der Richter, die Arbeiten an der Anlage einzustellen, aber zunächst ignoriert. Gestern drohte der Gerichtshof dem Gesundheitsminister deshalb mit einer Strafe.
Daraufhin erschien Duale heute vor dem Gericht und bat um Entschuldigung für sein Verhalten. Bis zur Entscheidung im Hauptverfahren würden alle Arbeiten eingestellt, erklärte er vor Gericht.
Kenias Präsident William Ruto hatte den Bau des Quarantänezentrums vorangetrieben und erklärt, das Land schulde den USA Unterstützung. „Es wäre äußerst bedauerlich, wenn wir eine Anfrage der Amerikaner, auf ihre eigenen Kosten eine Anlage zu errichten, ablehnen würden, denn dann würden wir sehr unmenschlich aussehen“, hatte Ruto erklärt.
Die US-Regierung will erklärtermaßen keine Ebola-Patienten in die USA einreisen lassen. Ein an dem Virus erkrankter US-Bürger war unlängst in der Berliner Klinik Charité behandelt worden.
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