Ein Viertel der niedersächsischen Praxen noch immer ohne ePA-Modul

Berlin – Mit Blick auf die ab Oktober für Praxen greifende verpflichtende Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) warnt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) vor Herausforderungen.
Wie die KVN mitteilte, haben aktuell 76 Prozent der niedersächsischen Arztpraxen das ePA-Modul installiert. Die meisten Anbieter von Praxisverwaltungssystemen (PVS) hätten mit dem vergangenen Update das neue ePA-Modul bereitgestellt.
„Trotzdem kann knapp ein Viertel der Praxen die ePA noch nicht nutzen. Einige PVS-Hersteller sind noch nicht so weit“, so die Zwischenbilanz der KVN-Vorständin Nicole Löhr. In Anbetracht der für Oktober anstehenden ePA-Nutzungsverpflichtung für Praxen gebe dies „Anlass zur Sorge“.
Alle Praxen müssten spätestens jetzt die Gelegenheit haben, die ePA in ihrem Arbeitsalltag zu testen. „Viele anfängliche Schwierigkeiten zeigen sich tatsächlich erst im Einsatz in der Praxis. Unter dem Strich hängt die Umsetzung stark vom jeweiligen PVS-Modul ab“, betonte Löhr.
Sie appellierte an die Praxen, die technisch bereits „ePA-fertig“ seien, die Akte jetzt aktiv in ihren Praxisalltag zu integrieren und Rückmeldung an die Hersteller der PVS zu geben, wenn noch Verbesserungen notwendig sind.
Den anderen Praxen empfiehlt Löhr, im eigenen Praxisverwaltungssystem (PVS) nachzuschauen, ob das ePA-Modul aktiviert werden muss. Bei einigen Systemen sei dies erforderlich. Haben Praxen noch kein ePA-Modul erhalten, sollten die Ärztinnen und Ärzte ihre PVS-Hersteller kontaktieren und nachfragen, wann das Softwaremodul ausgeliefert werden soll.
„Praxen, die die ePA bereits in ihren Praxisalltag integriert haben, heben insbesondere die elektronische Medikationsliste positiv hervor. Sie ist das erste Element, das einen echten Mehrwert für die Praxen bietet“, so Löhr. Kritik gebe es jedoch an der Handhabung der Metadaten – etwa beim Einstellen von Befunden und Arztbriefen oder bei der Suche von medizinischen Dokumenten.
Wichtig sei zudem die zügige Anbindung des stationären Sektors, mahnte Löhr. Gerade bei der Entlassung aus dem Krankenhaus kämen wichtige Informationen für die ambulante Weiterbehandlung derzeit oft spät bei den Praxen an. Hier habe die ePA das Potenzial, die Versorgung merklich zu verbessern.
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