Einweg-E-Zigaretten beliebteste Nikotinprodukte bei Jugendliche

Berlin – Einweg-E-Zigaretten sind bei Jugendlichen offenbar das mit Abstand populärste Nikotinprodukt. So hat fast jeder Fünfte Schüler zwischen 15 und 17 Jahren in einer Umfrage der DAK-Gesundheit angegeben, in einem Zeitraum der vergangenen 30 Tage mindestens einmal Einweg-E-Zigaretten geraucht zu haben.
Konkret gaben rund 19 Prozent der 15- bis 17-Jährigen an, in dem besagten Zeitraum elektronische Wegwerf-Zigaretten geraucht zu haben. Bei nachfüllbaren bzw. wiederverwendbaren E-Zigaretten waren es rund 16 Prozent, bei normalen Tabak-Zigaretten 17 Prozent.
Bei den 11- bis 17-Jährigen greifen fast neun Prozent mindestens einmal im Monat zur Einweg-Vape, jeweils mehr als sieben Prozent zu wiederverwendbaren Modellen oder normalen Zigaretten.
E-Zigaretten oder Vapes sind Geräte, mit denen sich Nikotin oder andere Substanzen in Form eines Dampfes inhalieren lassen. Von den 11- bis 14-Jährigen konsumierten nach eigenen Angaben in dem jeweils vergangenen Monat 4,9 Prozent Einweg-Variante. Jeweils rund vier Prozent griffen zu wiederverwendbaren E-Zigaretten oder normalen Zigaretten.
An der Befragung nahmen von November 2025 bis Februar dieses Jahres 28.554 Jugendliche aus 1.916 Klassen von 141 Schulen teil. Das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) befragte Klassenverbände mit Online-Fragebögen. Im Schnitt waren die Teilnehmenden 13,3 Jahre alt. Die Erhebung ist Teil einer bereits seit mehr als zehn Jahre unter dem Namen „Präventionsradar“ laufenden Untersuchung.
Der Umfrage zufolge konsumiert die Mehrheit der Nutzenden gleichzeitig mehrere Nikotinprodukte. Die meisten Jugendlichen, die Einweg-E-Zigaretten rauchen, konsumierten parallel wiederverwendbare E-Zigarettensysteme oder konventionelle Zigaretten. Institutsleiter Reiner Hanewinkel warnte vor einer damit verbundenen erhöhten Nikotinaufnahme und einem gesteigerten Abhängigkeitsrisiko.
Mit der jüngst beschlossenen Tabaksteuererhöhung wird auch das Vapen teurer: Für „Substitute für Tabakwaren“, also E-Zigaretten-Flüssigkeiten, werden 2027 je Milliliter 0,38 Euro fällig –- sechs Cent mehr als bisher. 2028 soll ein Milliliter Vapingliquid mit 0,40 Cent besteuert werden, 2029 mit 0,42 und ab 1. Januar 2030 mit 0,44 Euro. Ursprünglich hatte das Finanzministerium nur einen Anstieg um einen Cent geplant, die Werte waren im parlamentarischen Verfahren erhöht worden. Storm begrüßte die Erhöhung als „wichtigen ersten Schritt für mehr Kinder- und Jugendschutz“. Doch Aromen wie Mango oder Menthol machten Vapes für Kinder und Jugendliche weiter attraktiv, kritisierte DAK-Chef Andreas Storm.
Der Kassenchef forderte ein Verbot solcher Aromastoffe. In einem Verordnungsentwurf des Agrarministeriums sind laut der Kasse lediglich Höchstmengen vorgesehen. Laut Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung sind die Grenzwerte aber „rein toxikologisch abgeleitet“. Keine Rolle spiele dagegen, dass die süßen, fruchtigen und kühlenden Aromen die Nikotin-Produkte für Kinder und Jugendliche oft erst attraktiv machten.
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