Empfehlungen zur infektiologischen Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher

Köln – Der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ) hat zusammen mit anderen Fachverbänden Empfehlungen zur infektiologischen Versorgung von Flüchtlingen im Kindes- und Jugendalter vorgestellt.
„Je nach Herkunftsland war ihre medizinische Versorgung auch schon vor der Flucht mangelhaft und die Gesundheitsbelastung groß. Diese Kinder und Jugendlichen müssen hier in einer speziell geschulten medizinischen Betreuung aufgefangen werden, um ihre besonderen Gesundheitsrisiken und -bedürfnisse erkennen und kompetent versorgen zu können“, hieß es aus dem Verband.
Die Autorengruppe zielt mit ihren Empfehlungen darauf ab, einen unvollständigen Impfschutz frühzeitig zu erkennen und rasch zu vervollständigen. Außerdem sollen übliche Infektionskrankheiten im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert und behandelt und in Deutschland seltene Infektionskrankheiten frühzeitig erkannt werden, zum Beispiel Tuberkulose.
In die Empfehlungen sind laut dem BVKJ Erfahrungen zum medizinischen Bedarf von Flüchtlingen und zur Prävalenz von spezifischen Infektionserkrankungen eingeflossen, die Mitarbeiter des Gesundheitssystems seit 2015 gesammelt haben.
„Eine strukturierte und adäquate medizinische Versorgung ist ein unverzichtbarer Beitrag, der aber politisch auch abgesichert werden muss: Noch gibt es weder im ambulanten noch im stationären Bereich ausreichend Personal und finanzielle Mittel hierfür“, mahnt die Autorengruppe
Die Stellungnahme wurde als Leitlinie der Stufe 1 angelegt und von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, der Gesellschaft für Tropenpädiatrie und Internationale Kindergesundheit, dem BVKJ und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin erarbeitet.
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