Medizin

Endlich Nichtraucher: Frauen richten den Zeitpunkt am besten nach ihrem Zyklus

  • Donnerstag, 2. Juni 2016
Uploaded: 12.12.2012 19:07:05 by mis
dpa

Philadelphia – Ob eigeninitiativ oder mit fremder Hilfe - Frauen fällt es schwerer als Männern, mit dem Rauchen aufzuhören. Leichter könnte es ihnen fallen, wenn sie den Beginn der Abstinenz auf ihren Menstruationszyklus abstimmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in Biology of Sex Differences (DOI: 10.1186/s13293-016-0078-6) publiziert wurde.

In Tierstudien konnte bereits gezeigt werden, dass die schwankenden Hormonspiegel von Östrogenen und Progesteron das Suchtverhalten beeinflussen. Während der präovulatorischen Phase, wenn das Progesteron/Östrogen-Verhältnis niedrig ist, neigen Frauen eher dazu, einer Sucht nachzugehen. Das Östrogen Östradiol steigert die Dopaminausschüttung im im ventralen Striatum, was vermutlich die Sucht begünstigt.  Genau andersherum verhält es sich nach dem Eisprung. Während der frühen Lutealphase ist das Suchtverhalten weniger ausgeprägt. Forscher vermuten, dass der verhältnismäßig hohe Progesteronspiegel zu diesem Zeitpunkt die Sucht zurückhält und somit auch der geeignetere Zeitpunkt wäre, um mit dem Rauchen aufzuhören.

In der aktuellen Studie haben Forscher der University of Pennsylvania School of Medicine 38 gesunde Raucherinnen im Alter zwischen 21 und 51 untersucht, die keine hormonellen Kontrazeptiva nutzen. Sie teilten die Frauen in zwei Gruppen auf, eine vor (präovulatorisch) und eine nach dem Eisprung (Lutealphase). Mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) beobachteten die Forscher, wie Zentren im Gehirn, die das kognitive Verhalten kontrollieren (kortikale Region), mit dem Belohnungssystem im ventralen Striatum interagieren. Je schwächer diese Verbindung in früheren Studien war, umso schwerer sollte es Frauen fallen, „Nein“ zum Rauchen zu sagen.

Im fMRT wurde sichtbar, dass die Interaktion zwischen den Gehirnregionen während der Lutealphase schwächer war. Die Gefahr, rückfällig zu werden, könnte daher kurz nach dem Eisprung niedriger sein, vermuten die Forscher um den Erstautor Reagan Wetherill. Auch wenn sie den Probandinnen Sucht-Anreize, wie etwa ein Bild eines Rauchers, zeigten, beobachteten sie eine reduzierte Verknüpfung zur Kontrollregion bei den Frauen während der Lutealphase.

„Die Ergebnisse unterstützen Vermutungen aus früheren Tierstudien, dass Progesteron sich schützend auf das Suchtverhalten auswirken könnte“, sagt Seniorautorin Teresa Franklin. Zudem seien die Beobachtungen eventuell auch auf andere Stoffe, die einen Belohnungseffekt auslösen, wie etwa Alkohol, zucker- oder fettreiches Essen, übertragbar.

gie

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