Politik

Entscheidungshilfe für Frauen mit genetisch bedingtem hohen Brustkrebsrisiko

  • Freitag, 3. Februar 2017
Uploaded: 14.03.2013 18:35:15 by mis
/dpa

Düsseldorf – Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) fördert ein Projekt des Uniklinikums Köln zum genetisch bedingten Brustkrebs. Es soll betroffenen Frauen verständlich auf­bereitete wissenschaftliche Informationen bereitstellen, damit sie sich für eine passende Behandlung entscheiden können. Dafür erhält die Klinik über drei Jahre vom Landes­zentrum Gesundheit insgesamt 218.000 Euro.

Laut Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter stehen in NRW etwa 750 bis 1.500 Frauen pro Jahr vor schweren Entscheidungen: Aufgrund einer familiär bedingten Genmutation haben sie ein stark erhöhtes Risiko, an Brust- und Eierstock­krebs zu erkranken. Sie müssen zwischen verschiedenen Handlungsalternativen ent­schei­den, die von Abwarten über die Durchführung intensiver Früherkennungs­maß­nah­men bis zur prophylaktischen Brustamputation oder Entfernung der Eierstöcke reichen kann.

„Wir wollen Frauen mit erhöhtem Krebsrisiko umfassende Informationen und bestmög­liche Hilfe anbieten, um sie in dieser schwierigen Situation bei der Wahl der für sie pas­senden Form der Prävention zu unterstützen“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen). Deshalb soll die Uniklinik eine Entschei­dungshilfe er­arbeiten, die betroffene Frauen bei einer ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung ihrer individuellen Situation unterstützt.

„Neben medizinischen Fakten und ärztlicher Beratung wollen wir den Frauen ein struktu­rier­tes Informationsangebot bieten, sodass sie ihre individuellen Wertvorstellungen, per­sönliche Lebenssituation sowie familiäre und psychische Aspekte systematisch in die Ent­scheidung miteinbeziehen können“, sagte die Ministerin. Ausgangspunkt seien die Bedürfnisse der Betroffenen, nicht Behandlungsabläufe oder medizinische Fachberei­che. „Ziel ist es, Entscheidungs­konflikte zu minimieren, sodass die Frauen auch langfris­tig möglichst gut mit der belastenden Situation und den von Ihnen getroffenen Entschei­dungen umgehen kön­nen“, so Steffens.

Neben Informationsmaterialien mit den besten verfügbaren wissenschaftlichen Daten und Fakten zur Erkrankung soll die Entscheidungshilfe Vor- und Nachteile verschiedener Be­handlungs- und Präventionsmöglichkeiten sowie die individuelle Risikokonstellation ver­deutlichen.

Durch Fragen, die jede Frau individuell für sich beantwortet, können systematisch auch die persönliche Lebens- und Familiensituation, psychische Faktoren sowie individuelle Vorstellungen einbezogen werden. Geplant ist, die Entscheidungshilfe im Projektzeitraum primär als digitale Anwendung einzusetzen. Nach erfolgreicher Erpro­bung soll sie später aber auch im Internet als Dokument zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

hil/sb

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung