Vermischtes

Erfolgreiche Prävention trotz Künstlicher Intelligenz nur mit enger Arzt-Patienten-Bindung

  • Dienstag, 7. Juli 2026
/InfiniteFlow, stock.adobe.com
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Berlin – Entscheidend für erfolgreiche Präventionsansätze sei eine möglichst große Adhärenz, betonte gestern Markus Blumenthal-Beier, Co-Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Dies erfordere wiederum viel Zeit für die Patientenbindung – und bei der knappen Ressource Arztzeit könne KI für die benötigte Entlastung sorgen.

Hendrik Streeck (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, hatte zuvor erläutert, er setze perspektivisch auf das Potenzial von KI. Diese könne helfen, Zusammenhänge in Datenverläufen zu analysieren, drohende „Kipppunkte“ zu erkennen und frühzeitig einzugreifen.

Im Zusammenspiel mit dem geplanten Primärversorgungssystem bestehe eine echte Chance für ein präventionsorientiertes Gesundheitssystem, aus dem heraus „sehr konkrete Empfehlungen“ unterbreitet werden könnten, so Streeck.

Hausärzteverbandschef Blumenthal-Beier rief in diesem Zusammenhang zu mehr Dialog mit der Ärzteschaft auf. Zwar könnten KI-Tools insbesondere in den Bereichen Dokumentation und Bürokratie grundsätzlich für deutliche Entlastung und damit mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten sorgen.

Hierfür müsse man aber von Stand-alone-Lösungen wegkommen und mit entsprechenden Schnittstellen für eine Einbettung in die Praxisverwaltungssysteme sorgen. Zudem bereite die Telematikinfrastruktur weiterhin „tagtäglich“ Probleme.

Mit Blick auf diesen technischen Stand plädierte Blumenthal-Beier dafür, zunächst „Quick-Wins“ – also schnelle einfach Maßnahmen und Vorteile – der KI mitzunehmen. Beispielsweise könnten KI-Analysen innerhalb der elektronischen Patientenakte (ePA) vor allem bei Hinweisen auf eine möglicherweise vorliegende seltene Erkrankung sehr sinnvoll sein. Aus seiner Sicht bleibe der persönliche Kontakt aber auch in Zeiten von Digitalisierung und KI wichtig.

Dem stimmte Carolin Victoria Schneider, Professorin für digitale Medizin an der RWTH Aachen, zu. Gerade im Kontext von unter Umständen selbst bezogenen KI-Diagnosen sei die Rolle der Ärzteschaft hochwichtig.

Aspekte wie mögliche Ergebnisverzerrungen aufgrund von unzureichenden Trainingsdaten für bestimmte Bevölkerungsgruppen bedürften einer individuellen ärztlichen Einordnung. Schneider brachte zudem die Idee eines an Patienten gerichteten „Beipackzettels“ für KI-Lösungen ins Spiel.

aha

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