Ärzteschaft

Erster Nachweis von Sindbis-Fieber in Deutschland

  • Donnerstag, 1. Oktober 2026
Der Eingang zum Robert Koch-Institut (RKI) /picture alliance, Philipp Znidar
Der Eingang zum Robert Koch-Institut (RKI) /picture alliance, Philipp Znidar
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Berlin/Stuttgart – Erstmals wurde bei einem Menschen in Deutschland eine hierzulande erworbene Sindbis-Virus-Erkrankung nachgewiesen. Betroffen sei ein 60-jähriger Mann aus Baden-Württemberg, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Antikörper, die auf eine frühere Infektion hindeuteten, waren demnach bereits vor Jahren bei Blutspendern aus der Umgebung von Weinheim gefunden worden. Dort war das Virus zuvor in Stechmücken nachgewiesen worden. Nun folgte erstmals ein Nachweis in direktem Zusammenhang mit der Erkrankung.

Der aktuelle Fall bestätige, dass bei bekanntem Vorkommen in Stechmücken und Wildvögeln auch mit Fällen bei Menschen zu rechnen ist, hieß es vom RKI. Bei Patientinnen und Patienten mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gelenkschmerzen solle während der Stechmückensaison bei der Diagnose auch an eine mögliche Sindbis-Virus-Infektion gedacht werden.

Das Sindbis-Virus (SINV) ist ein Krankheitserreger, der vor allem bei Vögeln kursiert und durch Stechmücken übertragen wird. Es kommt unter anderem in Teilen Nordeuropas, Afrikas, Asiens und Australiens vor. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind nicht bekannt. Wenn eine infizierte Mücke einen Menschen sticht, kann dieser das sogenannte Sindbis-Fieber bekommen. Typische Symptome sind plötzliches Fieber, juckender Hautausschlag und starke Gelenkschmerzen. Damit ähneln die Beschwerden denen bei einer Chikungunya-Viruserkrankung.

Als lebensbedrohlich gilt das Sindbis-Fieber nicht. Ausschlag und Fieber klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab, die Gelenkschmerzen können noch viele Wochen oder sogar Monate anhalten und den Alltag erschweren. Eine spezielle Behandlung gegen das Virus gibt es nicht, die Beschwerden werden mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten gelindert. Vorbeugen kann man vor allem durch guten Mückenschutz: lange Kleidung, Mückenspray und Mückennetze.

Der Mann in Baden-Württemberg erkrankte nach RKI-Angaben am 12. Juli. Weil er in einem Stadtbezirk mit etablierten Populationen der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) lebt, hätten die behandelnden Ärzte ihn zunächst auf eine mögliche Chikungunya-Infektion testen lassen. Anschließend sei die Abklärung unter anderem auf SINV erweitert worden – im Zuge dessen sei im September der Nachweis erfolgt.

dpa

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