Flughafen-Malaria in Frankfurt: Weiterer Todesfall gemeldet

Frankfurt am Main – Einer der an Malaria erkrankten Anwohner des Flughafens Frankfurt ist gestorben. Das teilten das Gesundheitsamt der Stadt und die Universitätsmedizin Frankfurt heute „mit großem Bedauern“ mit.
Erst zu Wochenbeginn hatte das Gesundheitsamt mitgeteilt, dass sich zwei Menschen aus einem Stadtteil in wenigen Kilometern Entfernung zum Airport mit dem Malariaerreger Plasmodium falciparum infizierten. Sie waren vorher nicht in ein Malaria-Endemiegebiet gereist und hatten auch keinen Arbeitsbezug zum Flughafen.
Zuvor waren bereits sechs Malariafälle bei Beschäftigten des Flughafens bekannt gewesen, darunter zwei Todesfälle. Angenommen wird, dass die Betroffenen von infektiösen Anopheles-Mücken gestochen wurden, die mit dem Flugzeug aus einem Malaria-Endemiegebiet eingeschleppt wurden. Nähere Untersuchungen sind aber noch im Gange.
„Seit Anfang der Woche wurden dem Gesundheitsamt keine weiteren Malariafälle gemeldet“, hieß es heute weiter von der Behörde. Sie schätzt das Risiko für die lokale Bevölkerung als „sehr gering“ ein, riet auf Anfrage aber zu Mückenschutz, etwa durch Repellentien und bedeckende Kleidung.
Ergänzend könne in den Wohnräumen Mückenschutz, beispielsweise durch Fliegengitter, das Risiko eines Stichs minimieren, teilt das Gesundheitsamt mit. Die klimatischen Bedingungen hierzulande sind nach Angaben der Behörde aber für den Zyklus von Mücke und Erreger ungünstig.
Fälle von Flughafen-Malaria sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Deutschland sehr selten. Wie häufig solche Fälle registriert werden, zeigt eine 2024 im Fachjournal Eurosurveillance veröffentlichte Studie.
Demnach wurden von 1969 bis Anfang 2024 in Datenbanken 145 Fälle von Malaria erfasst, bei denen sich die Betroffenen in Europa angesteckt hatten. Mindestens 105 davon – möglicherweise bis zu 113 – galten als Flughafen-Malaria. Am stärksten davon betroffen waren Frankreich (52 Fälle), Belgien (19 Fälle) und Deutschland mit neun Fällen – davon acht in Frankfurt und einer in München.
Zudem gab es 32 Fälle von sogenannter Koffer-Malaria – dabei wird eine infizierte Mücke im Gepäck transportiert und der Infektionsort liegt weit entfernt von einem Flughafen. Drei dieser erfassten Fälle entfielen laut der Studie auf Deutschland. Bei acht Erkrankungen war die Zuordnung zu Flughafen- oder Gepäck-Malaria unklar.
Die meisten Fälle von Flughafen-Malaria (83 von 105) traten der Untersuchung zufolge in den Sommermonaten auf. „Da die infizierte Mücke am Zielflughafen überleben können muss, spielen Umweltbedingungen höchstwahrscheinlich eine Schlüsselrolle“, schreibt das Team. Allerdings schränkt die Gruppe in dem Artikel ein, dass es keine zentrale Erfassung solcher Daten gebe.
Das Frankfurter Gesundheitsamt ruft Bürger und Bürgerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen dazu auf, bei bestimmten Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Es betreibt auch ein Monitoring von Mücken, das nun auf Schwanheim ausgeweitet wurde.
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