„Es gibt viele Aleppos“ – Kritik an Angriffen auf zivile Ziele

Berlin – Helfer haben auf dem Weltgesundheitsgipfel in Berlin Angriffe auf zivile Ziele in Kriegsgebieten erneut scharf verurteilt. Es gebe nicht eines, sondern „viele Aleppos“, so der Generaldirektor des Internationalen Roten Kreuzes, Yves Daccord, am Montag mit Blick auf die Attacken auf Hilfskonvois und Krankenhäuser in der umkämpften Stadt in Syrien. Beispielhaft verwies Daccord auf die Situation in Jemen, Südsudan und Somalia. Er nannte es „absolut skandalös“, dass dort immer wieder Helfer oder zivile Ziele wie Gesundheitsstationen unter Beschuss gerieten.
Auch die frühere dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt kritisierte „vorsätzliche Angriffe“ auf Hilfseinrichtungen und Schulen. Dies vergrößere das ohnehin schon unermessliche Leid der Zivilbevölkerung und gefährde deren Grundversorgung weiter, sagte die Geschäftsführerin von Save the Children International. So kümmerten sich in Aleppo, wo immer noch 300.000 Menschen lebten, nurmehr 35 Ärzte um eine stetig steigende Zahl an Patienten. Es sei unabdingbar, dass die Helfer einen freien und sicheren Zugang zu Menschen in Not hätten.
Bereits zum Auftakt des Gipfels am Sonntagabend hatte Ren Minghui von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Blick auf die Situation von medizinischem Personal in Krisengebieten wie Syrien jeglich Angriffe auf medizinisches Personal und Krankenhäuser verurteilt. „Wir alle müssen mehr unternehmen, um hier Sicherheit zu garantieren.“
Unterdessen sagte die Nothilfekoordinatorin der SOS-Kinderdörfer in Syrien, Katharina Ebel, in der ARD-Talksendung von Anne Will, dass in Aleppo inzwischen viele Helfer durch die fortwährenden Bombardements zu erschöpft seien, um ihrem eigentlichen Auftrag noch gerecht werden zu können.
Der Weltgesundheitsgipfel in Berlin dauert bis Dienstag. Das Treffen mit rund 1.800 Teilnehmern gilt als eines der wichtigsten Foren für globale Gesundheitsfragen.
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