EU-Ratspräsidentschaft: Gesundheitsfragen auf inoffizieller Agenda
Brüssel/Berlin – Gesundheitsthemen gehören nicht zur offiziellen Prioritätensetzung der neuen EU-Ratspräsidentschaft Malta, die das Amt seit dem 1. Januar übernommen hat. Allerdings haben Regierungsvertreter eine Reihe von Schwerpunkten erkennen lassen, wie nun Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihrem Newsletter Europapolitik mitteilen.
Demnach stehen die Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern, der Kampf gegen HIV, E-Health sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Gesundheitssystemen der Mitgliedstaaten, die besonders Patienten kleiner Staaten zugutekommen soll, auf der inoffiziellen Agenda. Um die Preise für die Versorgung mit Arzneimitteln zu senken, sollen die Verhandlungen zwischen der Pharmaindustrie und den zuständigen nationalen Stellen transparenter werden, heißt es weiter.
Mitunter dürfen EU-Mitgliedstaaten die Erstattungssätze einander nicht offenlegen. Die gemeinsame Beschaffung müsse gefördert werden, wobei Malta die regionale Zusammenarbeit favorisiere, wie es heißt. Diese könne besser an Bedarf und finanzielle Mittel der Mitgliedstaaten angepasst werden. Dagegen plane Malta keine eigene Initiative zur Gesundheitstechnologiebewertung (Health Technology Assessment), sondern überlasse der Europäischen Kommission dieses Feld.
Der maltesische Gesundheitsminister Chris Fearne hat laut des Newsletter Europapolitik auch die Idee eines grenzüberschreitenden Austauschprogramms für Ärzte nach Abschluss der Hochschulausbildung angedacht. Dieses soll es Ärzten erleichtern, im Zuge ihrer Spezialisierung Fachwissen bei den jeweils führenden Zentren zu erlernen. Ein solcher Austausch solle die Europäischen Referenznetzwerke miteinbeziehen. Im Bereich E-Health sollen Gesundheits-Apps und Fragen des Datenaustauschs und -zugriffs eine besondere Rolle spielen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: