Ausland

Europa will mehr „humanitäre Diplomatie“ und effizientere Hilfen

  • Mittwoch, 27. Mai 2026
/panitan, stock.adobe.com
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Brüssel – So viele Menschen wie nie zuvor brauchen aus Sicht der Europäischen Union (EU) aktuell weltweit humanitäre Hilfe. Die EU-Kommission will nun ihre Hilfsstrategie anpassen. Ein entsprechendes Papier wurde heute in Brüssel vorgestellt.

Im Mittelpunkt stehen drei Punkte: Helfer und Hilfstransporte besser schützen, humanitäre Hilfe kosteneffizienter machen; und die EU will stärker mit anderen Partnern zusammenarbeiten, etwa mit privaten Geldgebern.

239 Millionen Menschen weltweit brauchen laut den Vereinten Nationen humanitäre Hilfe, achtmal so viel wie vor 20 Jahren. Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind nach dem Rückzug der USA weltweit der größte Geber für Menschen, denen es etwa an Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten zum Überleben fehlt.

Konkret plant die EU mehr sogenannte humanitäre Diplomatie: Durch wirtschaftliche, sicherheitspolitische, diplomatische sowie humanitäre Instrumente der Europäischen Union soll Druck auf Konfliktparteien und deren Unterstützer ausgeübt werden, beispielsweise Hilfskorridore zu öffnen und internationales Recht zu wahren.

„Humanitäre Helfer werden angegriffen, Zivilisten werden als Kriegswaffe missbraucht, und die Grundsätze, an denen sich humanitäre Hilfe orientieren sollte, werden untergraben“, kritisiert die zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib. Die EU-Kommission will sich daher auch international dafür einsetzen, dass humanitäre Hilfe sicherer wird.

Zudem kündigte die Kommission an, die Lieferketten für humanitäre Hilfe der EU zu reformieren. Geschätzt 60 bis 80 Prozent der Kosten entstehen demnach zwischen der Beschaffung von Hilfsgütern und deren endgültiger Auslieferung.

Es gebe teils unnötige Doppelstrukturen, die Kosten erhöhen und teils auch zu einer langsameren Auslieferung führten. Die EU will sich daher nach eigenen Angaben mehr für gemeinsame Beschaffung, Transport und Lagerung von Hilfsgütern einsetzen – über Länder- und Organisationsgrenzen hinweg.

Das Papier enthält vor allem Absichtserklärungen und strategische Überlegungen. Zusätzliche Mittel für das laufende Jahr sind nicht geplant. Das Budget für humanitäre Hilfe 2026 liegt bei etwa 2,3 Milliarden Euro.

kna

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