Rotes Kreuz kritisiert Kürzungen bei humanitärer Hilfe

Berlin – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat mit deutlichen Worten die Kürzungen der Bundesregierung bei humanitärer Hilfe kritisiert. „Das macht mich wirklich fassungslos, es ist kurzsichtig und falsch und ein klarer Bruch des Koalitionsvertrages“, sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe, ehemals Bundesgesundheitsminister, dem Berliner Tagesspiegel.
So seien die Mittel dafür auf rund eine Milliarde Euro gekürzt worden, obwohl der Koalitionsvertrag eine Stärkung der humanitären Hilfe vorsehe. Im vergangenen Jahr waren demnach für humanitäre Hilfe noch rund zwei Milliarden Euro eingeplant.
„Aber wir dürfen doch die 300 Millionen Menschen, häufig sind es Kinder, nicht vergessen, für die humanitäre Hilfe überlebenswichtig ist“, mahnte Gröhe. Niemand denke, dass Deutschland alles Leid der Welt allein schultern könne. „Aber die Werte unserer Verfassung nehmen uns in die Pflicht, den Beitrag zu leisten, der unserer Wirtschaftskraft entspricht“, gab er zu bedenken.
Mit Blick auf die vielfachen Krisen in der Welt sagte Gröhe weiter: „Es besteht die Gefahr abzustumpfen.“ Dies gelte auch für die Haltung in der Bevölkerung.
„Es macht mich traurig, wenn ich bei uns höre: Was kümmert ihr euch um den Sudan, helft erst einmal im eigenen Land“, sagte der DRK-Präsident. Er wies darauf hin, dass das Deutsche Rote Kreuz vor allem für die Menschen im Inland vielfältige Leistungen erbringe, von der Kita über den Rettungsdienst bis zur Pflegeeinrichtung.
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