Ärzteschaft

Fachgesellschaft fordert Strukturen für ganzheitlichen Blick auf die Kindergesundheit

  • Freitag, 25. September 2026
/Andrey, stock.adobe.com
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Berlin – Einen konzeptionellen Rahmen, um die verschiedenen Disziplinen und Akteure in der Kinder- und Jugendmedizin zusammenzubringen, fordert die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ). 

Hintergrund ist, dass die Kinder- und Jugendmedizin zunehmend interdisziplinär und interprofessionell arbeite. Insbesondere die Sozialpädiatrie verbinde medizinische, psychische und soziale Perspektiven auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Viele Faktoren für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen lassen sich laut der DGSPJ aber aus der Arztpraxis nur begrenzt beeinflussen.

Hier setzt laut der Fachgesellschaft der One-Health-Ansatz an: Er begreife Gesundheit als Ergebnis des Zusammenspiels von Mensch, Tier, Ökosystem und sozialer Umwelt und beziehe soziale und strukturelle Determinanten von Gesundheit mit ein. Auch die Perspektive von Kindern und Jugendlichen gehöre maßgeblich dazu. Ihre Beteiligung sei dabei kein pädagogisches Ideal, sondern eine Wirksamkeitsbedingung für nachhaltige Interventionen.

„One-Health ist kein zusätzliches Aufgabenpaket, sondern ein Werkzeug, das vorhandenes Handeln sichtbarer und wirksamer macht“, erläutert David Mir-Salim vom Netzwerk One Health Kids. Das Netzwerk aus Ärztinnen und Ärzten, Apothekerinnen und Apothekern sowie Pädagoginnen und Pädagogen setzt sich dafür ein, das One-Health-Konzept in der deutschen Kinder- und Jugendmedizin zu etablieren.

Dazu gehöre beispielsweise, sozialmedizinische Auffälligkeiten ebenso routinemäßig zu erfassen wie somatische Befunde, die Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen und dem öffentlichen Gesundheitsdienst zu suchen und Erfahrungen aus der Versorgung in gesundheitspolitische Diskussionen einzubringen. 

Die einzelne Praxis kann dabei nicht alle strukturellen Determinanten von Gesundheit beeinflussen. „Sie kann aber der Ausgangspunkt sein, an dem gesundheitliche und soziale Zusammenhänge erkannt, benannt und an die richtigen Stellen weitergegeben werden“, betont Andreas Oberle, Präsident der DGSPJ.  

hil

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