Fachgesellschaft will Failure-to-Rescue-Rate nach Operationen in den Qualitätsbericht aufnehmen

Berlin/München – Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) spricht sich dafür aus, dass Krankenhäuser zur Erhöhung der Transparenz die sogenannte Failure-to-Rescue-(FTR)-Rate nach Operationen in ihren Qualitätsberichten ausweisen. Denn bei komplexen und risikoreichen Eingriffen komme es neben dem erfolgreichen Eingriff auch auf das Beherrschen der Komplikationen an, die danach auftreten könnten, hieß es aus der Fachgesellschaft.
Die FTR-Rate informiert darüber, dass eine lebensbedrohliche Komplikation nicht rechtzeitig erkannt oder nicht adäquat behandelt wurde und im schlechtesten Fall zum Tod geführt hat. „Die Qualität eines Krankenhauses zeigt sich nicht nur im OP, sondern auch im Komplikationsmanagement. Das kann gerade bei Hochrisikoeingriffen über Leben und Tod entscheiden“, erläuterte Christiane Bruns, erste Vize-Präsidentin der DGCH.
Dies gelte vor allem bei komplexen chirurgischen Eingriffen: „Das sind Operationen an der Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre oder Leber. Auch Bauchaortenaneurysmen, Aortendissektionen, Polytraumata oder Transplantationen gehören dazu“, so die Expertin. Für eine niedrige FTR-Rate seien unter anderem eine gute Personalausstattung, eine engmaschige Überwachung, rechtzeitige Intensivtherapie und interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend.
„Komplikationen lassen sich nie ganz vermeiden, aber das Ziel ist, dass kein Patient mehr an einer behandelbaren Komplikation sterben muss“, sagte Thomas Schmitz-Rixen, Generalsekretär der DGCH. Patientinnen und Patienten sollte es daher möglich werden, ihre Krankenhauswahl auch an der FTR zu orientieren. „Von den Krankenhäusern ist zu fordern, dass sie ihre FTR bei ihren Leistungen ausweisen. Dies ist momentan noch nicht der Fall“, so Schmitz-Rixen.
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