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Fallzahlen bei Suiziden gestiegen

  • Dienstag, 13. Oktober 2026
/Srdjan, stock.adobe.com
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Wiesbaden – 11.334 Menschen sind im vergangenen Jahr durch Suizid gestorben: Das waren 9,3 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr und 15,6 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. An den Todesursachen insgesamt machten Suizide – ähnlich wie in den Vorjahren – einen Anteil von 1,1 Prozent aus.

Die tendenzielle Verteilung zwischen Männern (69,2 Prozent) und Frauen (30,8 Prozent) ist relativ konstant geblieben, so die Statistiker weiter. Seit drei Jahren ist der Anstieg der Suizide demnach vor allem auf eine Zunahme bei den Frauen zurückzuführen (+17,9 Prozent), während es bei den Männern eine geringere Zunahme (5,8 Prozent) gab.

Die Stiftung Depressionshilfe und Suizidprävention zeigt sich angesichts der Zahlen besorgt. Die Alterung der Gesellschaft spiele für die Entwicklung ebenso eine Rolle wie assistierte Suizide, erklärte die Stiftung in Leipzig.

Die Stiftung betonte, Fälle von Suizidassistenz gingen in die Statistik mit ein und hätten seit 2020 stark zugenommen. „Gegenüber dem Vorjahr stiegen diese 2025 um 31,8 Prozent auf 1.288. Dabei handelt es sich nur um die von den drei großen deutschen Sterbehilfeorganisationen veröffentlichten Zahlen.“

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2020 geurteilt, jeder Mensch habe das verfassungsmäßig geschützte Recht, sich selbst zu töten. Einzige Voraussetzung: Der Sterbewillige muss sich aus freiem Willen dazu entscheiden – ohne Druck von außen oder aufgrund von schweren Depressionen. Karlsruhe ermutigte den Gesetzgeber zugleich, einen Rahmen für Suizidbeihilfe zu schaffen, um Freiwilligkeit zu garantieren und Missbrauch zu verhindern.

Die Tätigkeit von Sterbehilfeorganisationen wurde wieder zugelassen. Um eine Neuregelung der Suizidbeihilfe wird seither gerungen. „Wenn Suizidassistenz geschäftsmäßig in Anspruch genommen werden kann, sozusagen normalisiert wird, dann wird diese Schwelle gesenkt, und die Zahl der tragischen, vermeidbaren Suizide steigt“, warnte der Stiftungsvorsitzende Ulrich Hegerl.

Wenn Sie Suizidgedanken haben oder bei einer anderen Person wahrnehmen: Kostenfreie Hilfe bieten in Deutschland der Notruf 112, die Telefonseelsorge 0800/1110111 und das Infotelefon Depression 0800/3344 533. Weitere Infos und Adressen unter www.deutsche-depressionshilfe.de.

kna

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