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Forscher wollen 25.000 Genome für Gehirngesundheit analysieren

  • Freitag, 19. Juni 2026
/Kateryna_Kon, stock.adobe.com
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Bonn – Eine weltweite Initiative zur Bekämpfung von Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, ALS und Huntington plant das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Die bundesweite Forschungseinrichtung kündigte heute in Bonn an, sie werde rund sechs Millionen Euro in den Aufbau einer Genomdatenbank investieren. Geplant ist, in den kommenden zwei Jahren die Erbinformationen von rund 25.000 Menschen zu erfassen.

Die digitale Bibliothek namens „NeuroGenomeHub“ soll die Erforschung von Erkrankungen, die das Nervensystem angreifen, fördern. Dazu zählen Alzheimer, Parkinson, ALS, frontotemporale Demenz (FTD) und Huntington.

Die genetischen Daten werden aus Blut- und anderen Bioproben gewonnen. Diese stammen aus laufenden klinischen Studien des DZNE sowie aus der „Rheinland-Studie“, einer großen Populationsstudie in der Bonner Bevölkerung.

„Im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen gibt es weltweit kein anderes Projekt von vergleichbarem Ausmaß“, sagte Joachim Schultze, Systemmediziner und wissenschaftlicher Vorstand des DZNE. In den vergangenen Jahren habe sich immer deutlicher gezeigt, dass genetische Faktoren bei zahlreichen neurodegenerativen Erkrankungen eine wesentliche Rolle spielten.

„Deshalb soll diese Datenbibliothek dabei helfen, Merkmale im Erbgut zu identifizieren, die das Krankheitsrisiko und den Krankheitsverlauf beeinflussen – und damit den Weg für neue Ansätze in der Diagnostik, Prävention und Therapie bereiten“, so Schultze.

Die Technik hat sich seit der Erfassung des ersten menschlichen Genoms im Jahr 2000 rasant weiterentwickelt. Heutige Verfahren arbeiten schneller, kostengünstiger – und auch präziser.

„Das menschliche Erbgut besteht aus Milliarden von Bausteinen. Für neurodegenerative Erkrankungen sind insbesondere abnorme Wiederholungen in der Gensequenz bedeutsam“, erläuterte Biomediziner Marc Beyer, der den Aufbau der Datenbank leitet. Mit modernen Technologien ließen sich solche abnormen Wiederholungen deutlich zuverlässiger erfassen.

Das DZNE zählt zu den weltweit führenden Forschungszentren für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und ALS, die mit Demenz, Bewegungsstörungen und anderen schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Gesundheit einhergehen. Es hat bundesweit zehn Standorte und kooperiert mit Universitäten, Universitätskliniken und anderen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. Die Zentrale ist in Bonn.

kna

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