Forschungsprojekt zu invasiven Pilzinfektionen aufgelegt

Köln – Ein neues Forschungsprojekt unter Leitung der Universität zu Köln und dem Universitätsklinikum Köln soll die Versorgung von Menschen mit invasiven Pilzinfektionen verbessern.
Der Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss fördert das Vorhaben namens „Versorgung invasiver Mykosen in Deutschland – Analyse der Ist-Situation und des Bedarfs zur Implementierung eines neuen Versorgungskonzeptes“ (MYK-IMPAKT) über 30 Monate mit insgesamt einer Million Euro.
Invasive Pilzinfektionen betreffen insbesondere schwer immungeschwächte Personen, etwa nach Organtransplantationen, bei Krebserkrankungen oder intensivmedizinischer Behandlung.
„Wir sehen in der klinischen Praxis täglich, wie schwierig die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit invasiven Pilzinfektionen sein kann“, sagte Jannik Stemler aus der Klinik I für Innere Medizin des Universitätsklinikums Köln.
Mit MYK-IMPAKT wolle man erstmals systematisch untersuchen, wie diese Betroffenen in Deutschland tatsächlich versorgt würden, wo Versorgungslücken bestünden und wie ein neues, strukturiertes Versorgungskonzept die Behandlung verbessern könne.
Das Projekt verfolgt zwei zentrale Ziele: Zum einen wird das Forschungsteam die Versorgungssituation invasiver Mykosen in Deutschland analysieren.
Dazu werden unter anderem Krankheitsprävalenz, Morbidität, Mortalität, Behandlungsverläufe sowie die Nutzung ambulanter und stationärer Leistungen untersucht. Zum anderen wollen die Forschenden zusammen mit Patienten und anderen ein neues Versorgungskonzept entwickeln.
Dies soll auf den Erfahrungen des Europäischen Exzellenzzentrums für Invasive Pilzinfektionen am Universitätsklinikum Köln aufbauen. Dort sind zwischen August 2021 und Juli 2025 543 nationale und internationale Beratungsanfragen eingegangen, überwiegend zu schweren Infektionen durch Aspergillus-, Candida- oder Mucorales-Arten.
Aufgrund der steigenden Nachfrage hat das Zentrum eine interdisziplinäre Fallkonferenz eingerichtet, das Mykose-Board. „Die Erkenntnisse aus diesen klinischen Beratungsstrukturen werden nun erstmals systematisch in die Entwicklung einer neuen Versorgungsform für Deutschland einfließen“, hieß es aus Köln.
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