Forschungsverbund befasst sich mit Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Aachen/Homburg – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert einen gemeinsamen Forschungsverbund der Universität des Saarlandes und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen namens „Mechanisms of Cardiovascular Complications in Chronic Kidney Disease“. Er besteht aus 19 Teilprojekten, für die bis Ende 2021 knapp acht Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Etwa 100.000 Menschen müssen in Deutschland regelmäßig zur Dialyse. Insgesamt leben in Deutschland schätzungsweise 1,5 bis zwei Millionen Menschen, die eine Einschränkung ihrer Nierenfunktion haben. Sie haben oft mit Folgeerkrankungen zu kämpfen.
„Das Hauptproblem sind kardiovaskuläre Krankheiten, an denen diese Patienten deutlich häufiger leiden als die Normalbevölkerung“, erläuterte Danilo Fliser, der Sprecher des neuen universitätsübergreifenden Sonderforschungsbereichs („Transregio“). Ein Dialysepatient habe ein dreimal höheres Risiko, an einem Versagen des Herz-Kreislauf-Systems zu sterben als ein Mensch mit gesunden Nieren. „Warum das so ist, ist medizinisch noch nicht hinreichend erforscht“, so der Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Uniklinikum Homburg.
Neben den feststellbaren kardiovaskulären Erkrankungen, die häufiger bei Nierenpatienten auftreten, bestehe auch ein Zusammenhang zwischen Nierenerkrankungen und dem Alterungsprozess. „Die Gefäße bei nierenerkrankten Personen verkalken beispielsweise anders als bei gesunden Menschen, sie altern gewissermaßen schneller“, erklärt Fliser. Die Zusammenhänge, die zu diesem Phänomen führen, seien bisher ebenfalls kaum erforscht. Auch ihnen wollen die Forscher auf den Grund gehen.
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