Frauenanteil bei Führungspositionen in der Universitätsmedizin stagniert

Berlin – Der Frauenanteil bei Führungspositionen in der Universitätsmedizin liegt weiter bei rund 13 Prozent. Er hat sich damit in den vergangenen drei Jahren nicht erhöht. Das ergab die Analyse Medical Women on Top 2022 des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB).
Sie dokumentiert den Anteil von Frauen – unter anderem als Direktorin – in 14 wichtigen klinischen Fächern an 36 von 38 medizinischen Fakultäten staatlicher Universitäten in Deutschland.
Gabriele Kaczmarczyk, Senior Consultant des DÄB und Leiterin der Untersuchung, zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis. „Weiterhin entscheiden durchschnittlich zu 87 Prozent Männer, was in der Medizin gelehrt und erforscht wird und wie wir in Deutschland unsere Patientinnen und Patienten behandeln“, sagte sie.
Die Erhebung fand nach 2016 und 2019 zum dritten Mal statt. War der Anteil der Medizinerinnen in universitären Spitzenpositionen von 2016 auf 2019 um drei Prozent gestiegen, stagniert er seither bei offenbar bei rund 13 Prozent.
Dies liegt laut dem DÄB nicht an fehlendem Nachwuchs, denn der Anteil der Oberärztinnen betrage mittlerweile 37 Prozent. „Vermutlich sind es die universitären Strukturen, die eine Berufung von Frauen behindern und Frauen zudem gar nicht genügend Anreize bieten, sich zu bewerben“, so Kaczmarczyk.
Zum Beispiel seien die Berufungskommissionen häufig nicht paritätisch besetzt. Zudem fehlten zeitgemäße Karriereangebote, beispielsweise das „Top Sharing“, also die Teilung einer Führungsaufgabe. „Politische Parteien machen das mit Doppelspitzen schon länger vor, aber in der Medizin ist das rar gesät“, hieß es aus dem DÄB.
Der Verband weist daraufhin, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen je nach Universitätsstandort schwankt – so sei etwa der Anteil der Klinikdirektorinnen in Dresden mit 27 Prozent am höchsten.
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