Politik

Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs werden nicht ausgeweitet

  • Donnerstag, 20. August 2026
/Ming, stock.adobe.com
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Berlin – Systematische Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs wird es für Menschen unter 50 Jahren mit einem familiären Risiko erst einmal nicht geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sieht derzeit keine ausreichenden Evidenz für ein Screening. Das Gremium hat heute eine Änderung der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) abgelehnt.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hätten eine Ausweitung des Screenings befürwortet. Ludwig Hofmann, Dezernent für ärztliche und veranlasste Leistungen bei der KBV, betonte, der Ärzteseite sei bewusst, dass es keine Evidenz für das Screening gebe. Es reiche aber die epidemiologische Betrachtung, dass Menschen im Alter von 40 Jahren mit familiärer Vorbelastung das gleiche Risiko wie Menschen mit 50 Jahren ohne familiäre Belastung hätten.

Die Krankenkassen pochten hingegen auf die wissenschaftliche Evidenz, die sie als nicht gegeben ansieht. Es gebe keine hinreichende Evidenz für die Einführung einer Screeningleistung, sagte Bernhard Egger, Leiter der Abteilung Medizin des GKV-Spitzenverbandes.

Derzeit wird allen gesetzlich Versicherten ab dem 50. Lebensjahr die Früherkennung auf Darmkrebs angeboten. Sie können entweder alle zwei Jahre einen Test auf Blut im Stuhl machen oder zweimal im Abstand von zehn Jahren eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen lassen.

„Erfahrungen aus der Versorgung zeigen, dass Personen mit einem bekannten familiären Darmkrebsrisiko in der Regel unter ärztlicher Beobachtung stehen und notwendige Untersuchungen im Rahmen der Behandlung erhalten“, teilte der G-BA mit. Zur Abklärung von Beschwerden sei eine Darmspiegelung immer möglich.

Darauf wies auch G-BA-Chefin Sonja Optendrenk hin. Man habe mit dem Beschluss keine Versorgungsprobleme geschaffen. Menschen, die eine Gefahr sähen, an einem Risiko zu leiden, könnten auch im Rahmen der kurativen Behandlung untersucht werden, betonte sie.

Sollte sich die Studienlage ändern, will der G-BA erneut prüfen, ob eine Früherkennung bei Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko sinnvoll und wirksam ist.

kna/may

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