Gaza-Feldkrankenhaus wird ausgebaut

Tel Aviv/Gaza – Im Gazastreifen wird ein auch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) unterstütztes Feldkrankenhaus zwei Jahre nach Eröffnung ausgebaut und ausgebessert. Die Einfuhr der dafür benötigten Materialien sei im Laufe des Tages abgeschlossen worden, teilten das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRC) sowie die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat gestern Abend mit.
Die Ausbesserung der im Mai 2024 in Rafah eröffneten Klinik sei nötig, um die medizinische Versorgung der Menschen in der Gegend zu gewährleisten, hieß es in einer IKRK-Mitteilung. „Es handelt sich um eine der wenigen funktionsfähigen Gesundheitseinrichtungen im Süden des Gazastreifens.“
Konkret soll den Angaben zufolge die Zahl der Betten von 60 auf 72 erhöht werden. Zudem werde ein Operationssaal ausgebessert und weitere Abteilungen wie die Kinderstation würden renoviert. Ziel sei es auch, Überbelegung zu vermeiden.
Eigentlich seien Feldkrankenhäuser darauf ausgelegt, dass sie maximal ein Jahr genutzt würden, sagte Julien Lerisson, Chef der IKRK-Delegation in Israel und in den palästinensischen Gebieten, laut einer IKRK-Mitteilung.
„Dass unser Feldkrankenhaus so viel länger in Betrieb bleiben musste – und immer noch benötigt wird, um Lücken in der Gesundheitsversorgung zu schließen – zeigt, wie prekär die medizinische Versorgung in Gaza nach wie vor ist.“ Alle Krankenhäuser im Gazastreifen hätten im Zuge des Gaza-Kriegs Beschädigungen oder Zerstörungen gemeldet. Auslöser des Kriegs war das Hamas-Massaker in Israel im Oktober 2023.
Seit Beginn der Waffenruhe im Oktober 2025 hätten sich die Bedürfnisse im Gesundheitswesen verändert. Der Fokus liege nun etwa auf der Nachsorge. Das Feldkrankenhaus passe sich dem an, könne bei Bedarf aber auch wieder viele durch Waffen verletzten Patienten behandeln, teilte das IKRK mit. Die Klinik in Rafah soll den Angaben zufolge noch mindestens bis 2027 in Betrieb bleiben. Der Ausbau erfolge nach einem „langwierigen Genehmigungsverfahren“.
Die israelische Behörde Cogat, die den Ausbau eigenen Angaben zufolge genehmigt hat, sagte, es seien dafür insgesamt Hunderte Paletten mit medizinischer Ausrüstung in den Gazastreifen gebracht worden. Darunter seien etwa Zelte und Dutzende Betten gewesen. Die Kapazität des Krankenhauses werde erheblich erweitert, um mehr Patienten zu versorgen.
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