Gesundheitsdaten aus der UK Biobank auf der Onlineplattform Alibaba zum Verkauf angeboten

London – Anonymisierte medizinische Daten von Teilnehmerinnen und Teilnehmer der UK Biobank sind in China auf der Onlineplattform Alibaba zum Verkauf angeboten worden. Das berichtet die BBC mit Hinweis auf die britische Regierung.
Die UK Biobank ist eine großangelegte biomedizinische Datenbank und Forschungsinfrastruktur im Vereinigten Königreich. Sie speichert genetische, gesundheitliche und Lebensstildaten von 500.000 freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Daten sind für berechtigte Forschungsgruppen weltweit zugänglich.
Der britische Technologieminister Ian Murray sagte gegenüber der BBC, die auf Alibaba angebotenen Informationen enthielten keine Namen, Adressen, Kontaktdaten oder Telefonnummern. Allerdings könnten sie Angaben zu Geschlecht, Alter, Geburtsmonat und -jahr, sozioökonomischem Status, Lebensgewohnheiten sowie Messwerte aus biologischen Proben enthalten.
Die UK Biobank teilte mit, dass sie den Vorfall untersuche, und dankte den Regierungen des Vereinigten Königreichs und Chinas sowie Alibaba für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit.
Der Geschäftsführer der UK Biobank, Rory Collins, erklärte, dass die von dem Vorfall betroffenen Daten Forschern an drei Institutionen zur Verfügung gestellt worden seien. Er betonte, das Erscheinen der Daten auf Alibaba bedeute einen „klaren Verstoß gegen den von diesen akademischen Institutionen unterzeichneten Vertrag“. „Ihnen sowie den beteiligten Personen wurde der Zugang gesperrt“, so Collins. Er fügte hinzu, dass die Daten von Alibaba „umgehend“ entfernt worden seien.
Die externe Expertin Cathie Sudlow – sie ist unter anderem Leiterin der School of Population Health Sciences an der Universität Edinburgh – betonte, „eine angemessene Reaktion auf diese Situation, bei der Risiken und Nutzen gegeneinander abgewogen werden, ist entscheidend“. Die Datenpanne in diesem Fall betreffe keine Informationen, anhand derer Personen direkt identifiziert werden könnten. Zudem sei der gesellschaftliche Nutzen der Daten aus der UK Biobank „enorm“.
Wichtig sei künftig, nicht nur die Sicherheit der Daten in der UK Biobank selbst zu gewährleisten, sondern auch sicherzustellen, dass Forschungsinstitutionen bereitgestellte Daten und Proben ebenfalls schützen könnten.
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