Ausland

Gesundheitskrise durch Kobaltmine in Demokratischer Republik Kongo

  • Mittwoch, 11. März 2026
/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Minako Sasako
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Kinshasa – Giftige Gase aus einer riesigen Kobaltmine in der Demokratischen Republik Kongo haben nach Angaben einer Umweltorganisation eine schwere Gesundheitskrise verursacht.

Wie die Environmental Investigation Agency (EIA) heute mitteilte, leiden seit der Eröffnung der Tenke-Fungurume-Mine im Südosten des zentralafrikanischen Landes im Jahr 2023 Menschen in der Region unter Nasenbluten, Husten und blutigem Auswurf. Auch Fehlgeburten und Geburtsfehler traten demnach auf.

Kobalt wird für die Produktion von Batterien etwa für Elektroautos und Smartphones benötigt, die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren daher massiv gestiegen. Mehr als 70 Prozent des weltweit geförderten Kobalts stammt aus der Demokratischen Republik Kongo.

In der Tenke-Fungurume-Mine in der Provinz Lualaba, die vom chinesischen Bergbaukonzern CMOC betrieben wird, werden nach Angaben von EIA jeden Tag bis zu 30.000 Tonnen Kupfer- und Kobalterz gefördert und zu Kobalthydroxid weiterverarbeitet, dem Rohstoff für die Batterieproduktion.

In der Umgebung wurden dem Bericht zufolge erhöhte Konzentrationen von Schwefeldioxid festgestellt, einem giftigen Gas, das bei der Verarbeitung von Kupfer- und Kobalterzen entsteht. Internationale Grenzwerte wurden demnach weit überschritten.

Schon seit 2023 gab es in der Region den Angaben zufolge Beschwerden über eine Zunahme von Atemwegserkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen. Die Organisation wertete für ihren Bericht mehr als 1.200 anonymisierte Datensätze einer örtlichen Klinik aus und stellte nach eigenen Angaben fest, dass die Zahl der Patienten, die an Nasenbluten, Husten und blutigem Auswurf leiden, „erschreckend hoch“ ist. Die Schwefeldioxidemissionen stehen demnach „im Zentrum dieser Krise“.

Die Betreiberfirma Tenke Fungurume Mining, eine Tochterfirma von CMOC, verwies auf Messungen von Ende 2024 und Anfang 2025, denen zufolge die Schwefeldioxidwerte in diesem Zeitraum innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte gelegen hätten. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Mine und den Gesundheitsproblemen in der Umgebung könne zudem nicht nachgewiesen werden.

afp

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