Politik

Gesundheitspolitiker werben für höhere Alkoholpreise

  • Montag, 12. Januar 2026
/5ph, stock.adobe.com
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Düsseldorf – Gesundheitspolitiker von SPD und CDU haben sich am Wochenende für höhere Preise von alkoholischen Getränken ausgesprochen.

„Internationale Erfahrungen zeigen sehr deutlich: Eine maßvolle Erhöhung der Alkoholpreise senkt insbesondere den riskanten Konsum, vor allem bei Jugendlichen und Vielkonsumierenden“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, der Rheinischen Post.

„Die derzeitige Alkoholbesteuerung in Deutschland ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte Pantazis. Die Steuersätze seien seit vielen Jahren kaum angepasst worden und hätten deshalb keine „Lenkungswirkung“ mehr. Damit bleibe „ein zentrales Instrument der Prävention ungenutzt“, kritisierte der SPD-Politiker.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt (CDU), sprach sich für eine zweckgebundene Alkoholsteuer aus. Die Abgabe dürfe „kein Instrument der Haushaltskonsolidierung sein, sondern muss ein gezieltes gesundheitspolitisches Steuerungsinstrument werden“, sagte sie der Rheinischen Post.

Mit den Einnahmen sollten „Prävention, Suchtberatung, Therapieangebote und die Versorgung alkoholbedingter Erkrankungen nachhaltig gestärkt werden“, und der Fokus müsse „klar auf hochprozentigem Alkohol liegen“.

Die Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (HÄV), Nicola Buhlinger-Göpfarth, begrüßte diesen Ansatz. Eine zweckgebundene Abgabe „wäre sinnvoller und zielführender als eine reine Steuererhöhung, auch hinsichtlich der Akzeptanz“, sagte sie der Rheinischen Post. „Die Einnahmen sollten in Maßnahmen fließen, die einen gesunden Lebensstil fördern und die Versorgung stärken.“

Tatsächlich sind alkoholische Getränke in Deutschland so billig wie in kaum einem anderen EU-Land. Die Preise im deutschen Einzelhandel lagen im Oktober 14 Prozent unter dem EU-Schnitt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in der vergangenen Woche mitteilte. Demnach ist Alkohol nur in Italien noch billiger.

afp

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