Gesundheitswesen: Brandenburg will bessere Zusammenarbeit mit Polen
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Potsdam – Das Land Brandenburg setzt sich weiterhin für eine Verbesserung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen ein.
Gestern unterzeichnete Brandenburg Gesundheitsminister Rene Wilke (SPD) im Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke in Guben eine Absichtserklärung, wonach sich das Land für eine Verlängerung des mit sogenannten Interreg-Mitteln von der Europäischen Union (EU) geförderten Projekts „Grenzüberschreitende Gesundheitskooperation in der Eurostadt Gubin-Guben“ stark machen will.
Das 1878 von einem Hutfabrikanten gegründete und nach seiner früh verstorbenen Tochter Naëmi benannte Diakoniekrankenhaus leidet bis heute in besonderer Weise unter der Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Durch die deutsch-polnische Grenze ist der Klinik ein großer Teil ihres Hinterlands verlorengegangen. Heute fehlt es nach wie vor an Abrechnungsmöglichkeiten für Patienten aus Polen, die sich in Deutschland behandeln lassen wollen, – und umgekehrt.
Im Rahmen des Projekts sollten mit polnischen Partnern die Chancen und Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung untersucht werden. Doch das Ergebnis war ernüchternd: Eine angestrebte Gründung eines grenzüberschreitenden Gesundheitszentrums kann derzeit angesichts der vielfältigen Herausforderungen nicht rechtssicher umgesetzt werden.
Das Projekt soll daher bis März 2027 verlängert werden, um verschiedene grenzüberschreitende Versorgungsmodelle zu prüfen. Ziel sei eine belastbare Entscheidungsgrundlage für eine dauerhafte grenzüberschreitende Versorgung.
„Dieses Projekt bietet die große Chance, Guben-Gubin als Modellregion für eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zu entwickeln“, sagte Wilke. Das Gesundheitswesen sei einem enormen Wandlungsdruck ausgesetzt. Dass der Wandel die Versorgung besser mache, müsse dabei der Anspruch sein.
„Unsere drei Krankenhausstandorte in Guben, Forst und Frankfurt (Oder) liegen unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze“, ergänzte Hans-Ulrich Schmidt, Kaufmännischer Vorstand des Diakonissenhauses Teltow-Lehnin, das im vergangenen Jahr die Trägerschaft des Wilke-Stifts übernommen hatte.
„Die Frage, wie wir die medizinischen Versorgungsstrukturen über die Grenze hinweg besser miteinander verbinden können, ist daher für uns von besonderer Bedeutung.“ Das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke und die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit der Städte Guben und Gubin seien dabei beispielgebend. „Gesundheit kennt keine Grenzen – unsere Gesundheitssysteme dagegen schon.“
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