Politik

Gesundheits­wirtschaft besorgt über Fachkräftemangel

  • Donnerstag, 4. April 2013

Osnabrück – Fast 40 Prozent der Betriebe in der Gesundheitswirtschaft können nach Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Donnerstag offene Stellen zwei Monate und länger nicht besetzen. 84 Prozent der Unternehmen erwarten als Folge eine Mehrbelastung der bestehenden Belegschaft, heißt es in einer Umfrage des Deutschen Industrie-und Handelskammertages (DIHK), die der Zeitung vorliegt.

Der DIHK sieht die „reale Gefahr“, dass Fachkräftemangel zur Wachstumsbremse für die Gesundheitswirtschaft wird. Dabei gelte dieser Sektor als Wachstums- und Beschäfti­gungsmotor in Deutschland. Spezialisten im Bereich Pharma- und Medizintechnik sind nach einer DIHK-Umfrage unter 800 Unternehmen ebenso gesucht wie Pflegekräfte in den Gesundheits- und sozialen Diensten.

In der Gesamtwirtschaft betrage der Anteil monatelang unbesetzter Stellen dagegen 29 Prozent, erklärte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und flexible Arbeitszeitmodelle seien dringend erforderlich, damit auch die Gesundheitswirtschaft für Fachkräfte attraktiv sei.

Engpässe gibt es laut DIHK-Analyse besonders in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Pflegediensten. Auf diesem Sektor hätten 55 Prozent der Unternehmen über Monate Probleme, Stellen zu besetzen. In Betrieben der Medizintechnik liege diese Quote bei 31 Prozent. 82 Prozent der betroffenen Medizintechnik-Unternehmen suchten qualifiziertes Personal in technischen Berufen, in der Pharmaindustrie fehlten in 57 Prozent der Betriebe technische Fachkräfte.

Zur Gesundheitswirtschaft zählen neben Pflegediensten Krankenhäuser, Versicherungen und Ärzte, aber auch Medizintechnik- oder Biotechnologieunternehmen, die Pharma­branche, der Handel mit Gesundheitsgütern sowie der Gesundheitstourismus und Wellnessanbieter.

hil

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