GKV im ersten Quartal 1,5 Milliarden Euro im Plus

Berlin – Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland hat das erste Quartal 2012 mit einem Plus von rund 1,51 Milliarden Euro abgeschlossen. Einnahmen von rund 47,47 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 45,96 Milliarden Euro gegenüber. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) begrüßte die Entwicklung. „Überschüsse sind das Geld der Versicherten, was auch ihnen zugutekommen muss, das kann zum Beispiel durch Leistungsverbesserungen und Prämienzahlungen geschehen“, sagte er. „Die GKV ist in einer guten Verfassung und Dank der Reserven sind neue Zusatzbeiträge in absehbarer Zeit wohl kein Thema“, betonte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes.
Nach dem neuerlichen Plus von Januar bis März verfügen der Gesundheitsfonds und die Krankenkassen am Ende des 1. Quartals 2012 insgesamt über Finanzreserven von rund 20 Milliarden Euro, davon rund 11,5 Milliarden Euro bei den Krankenkassen und rund 8,5 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds.
Der Anstieg bei den Krankenhausausgaben lag je Versicherten bei 3,3 Prozent. Laut dem Bundesgesunheitsministerium waren dafür vor allem größere Leistungsmengen verantwortlich. Um die Ursachen zu untersuchen und Lösungsansätze zu entwickeln, will das Ministerium den GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kurzfristig mit der Vergabe eines gemeinsamen Forschungsauftrags beauftragen.
Die DKG begrüßte die neuen Zahlen: „Mit den jetzt festgestellten 3,3 Prozent Ausgabenanstieg liegen die Krankenkassen deutlich unter den noch bis gestern von den Kassen behaupteten 4,3 Prozent. Es findet keine bedenkliche und besonders erklärungsbedürftige Mengenausweitung statt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum.
Die Überschüsse der Kassen und des Fonds zeigten, dass die den Kliniken zugestandenen Tarifhilfen von 280 Millionen Euro nicht zu maßgeblichen Mehrausgaben führten. „Die Überschüsse müssen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung eingesetzt werden und zwar dort, wo der Bedarf am dringlichsten und augenscheinlichsten ist“, forderte Baum.
Die Ausgaben für die ambulante Behandlung sind je Versicherten um 2,3 Prozent gestiegen. Laut dem BMG lasse das aber noch keine validen Schlüsse auf die Ausgabenentwicklung im Gesamtjahr zu, da für das erste Quartal noch keine Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen bei den Krankenkassen vorlägen.
Die Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen sind von Januar bis März um 1,0 Prozent je Versicherten gestiegen. „Da es im Gesamtjahr 2011 einen Ausgabenrückgang von einem Prozent gab, besteht derzeit kein Anlass zu der Befürchtung, dass die gesetzliche Ausgabenbegrenzung insgesamt nicht eingehalten werden kann“, hieß es aus dem BMG.
Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen sind von Januar bis März je Versicherten um 3,7 Prozent gestiegen. Trotz dieser Zuwachsrate blieben die Arzneimittelausgaben im ersten Quartal 2012 immer noch um rund 100 Millionen Euro unterhalb der Ausgaben des ersten Quartals 2010. „Dieser Vergleich zeigt, dass das Arzneimittel-Sparpaket, das die Bundesregierung in 2010 auf den Weg gebracht hatte, weiterhin seine Wirkung entfaltet“, so das BMG. Die Zahlen zeigten aber auch, dass das bis Ende 2013 befristete Preismoratorium und der erhöhte Herstellerrabatt für Nicht-Festbetragsarzneimittel weiterhin erforderlich seien.
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