Ärzteschaft

GKV-Spargesetz: Medi informiert Praxen über Handlungsoptionen

  • Donnerstag, 30. Juli 2026
/Kzenon, stock.adobe.com
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Stuttgart – Eine gute medizinische Versorgung braucht eine entsprechend gute Rahmenkonstellation und keine Einsparpolitik. Das betonte gestern Norbert Smetak, Vorsitzender von Medi Baden-Württemberg.

Auf das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werde man deshalb nun mit Maßnahmen reagieren, um deutlich zu machen, dass dieses Gesetz die Versorgung verschlechtert. Der Ärzteverband stellt auf seiner Website entsprechende Informationen bereit.

Ein „Weiter so“ werde es angesichts des GKV-Sparpakets mit Sicherheit nicht geben, sagte auch Michael Eckstein, stellvertretender Vorsitzender Medi Baden-Württemberg. Unter Achtung der gesetzlichen und berufsrechtlichen Verpflichtungen müssten sich die Praxen ab Jahresbeginn 2027 umorganisieren – dafür erarbeite man kontinuierlich einen „Werkzeugkasten“.

Unter anderem empfiehlt der Verband, die Sprechzeiten der Praxen nach dem zugewiesenen Budget unter Berücksichtigung der Mindestsprechstundenzeiten zu gestalten. Zudem könnten freiwillige Serviceleistungen reduziert oder gestrichen, verstärkt Selektivverträge ausgelotet oder auch mehr Selbstzahlerleistungen angeboten werden.

Eine aktuelle Medi-Befragung zeigte jüngst schon klare Planungsverschiebungen: Zwar boten noch 90 Prozent der Praxen regelmäßig mehr als die vorgeschriebenen 25 GKV-Sprechstunden pro Woche an. Allerdings gaben 78 Prozent an, diese künftig begrenzen zu wollen, um mehr Zeit für IGeL-, Privat- oder Selbstzahler-Sprechstunden zu haben.

Grundsätzlich sollten niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten deutlich aufzeigen, dass die Leistungen analog zu den Budgetkürzungen angepasst werden müssen, so der Verband. In Richtung der Patienten könne man etwa mit einer Quartalsuhr das noch verbleibende Quartalsbudget darstellen.

aha/fra

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