Medizin

Grauer Star: Rauchstopp senkt Risiko langfristig, aber langsam

  • Freitag, 3. Januar 2014

Örebro – Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung eines Grauen Stars. In einer prospektiven Kohortenstudie in JAMA Ophthalmology (2014; doi: 10.1001/.jamaopthalmol.2013.6669) senkte ein Rauchstopp die Wahrscheinlichkeit, dass bei den männlichen Teilnehmern eine Kataraktoperation notwendig wurde.

Birgitta Ejdervik Lindblad von der Universitätsklinik Örebro und Mitarbeiter haben die Daten der Cohort of Swedish Men (COSM) ausgewertet. COSM begleitet eine Gruppe von Männern der Jahrgänge 1918 bis 1952, die 1997 im Alter von 45 bis 79 Jahren das erste Mal unter anderem nach ihren Rauchgewohnheiten befragt wurden. Zwölf Jahre später wurden die Männer erneut interviewt. 

5.713 der 44.371 Teilnehmer hatten sich inzwischen einer Katarakt-Operation unterzogen, die zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen überhaupt gehört. Aktive Raucher (15 oder mehr Zigaretten am Tag) unterzogen sich der Auswertung zufolge zu 42 Prozent häufiger dem Eingriff als lebenslange Nichtraucher (Rate Ratio RR 1,42; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,28-1,58).

Ein Rauchstopp verminderte langfristig das Risiko, doch auch nach 20 Jahren war bei starken Ex-Rauchern noch ein um 21 Prozent erhöhtes Risiko nachweisbar (RR 1,21; 1,06-1,39). Bei leichten Ex-Rauchern (weniger als 15 Zigaretten am Tag) war das Risiko gegenüber lebenslangen Nichtrauchern noch um 13 Prozent erhöht (RR 1,13; 1,04-1,24).

Der Graue Star entwickelt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. In der Regel kommt es erst im höheren Alter zu einem Verlust der Sehkraft, der die Implantation einer künstlichen Linse erforderlich macht. Lindblad vermutet, dass der Körper bei einem Rauchstopp in der Lage ist, die Schäden an der Linse wenigstens teilweise zu reparieren.

rme

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