Grüne fordern bezahlte Dolmetscher für kranke Flüchtlinge

Berlin – Die Grünen fordern eine gesetzliche Regelung der Erstattung von Dolmetscherkosten für die medizinische Behandlung von Flüchtlingen. „Wer Integration ernst nimmt, der darf sie nicht schon an der gesundheitlichen Versorgung scheitern lassen“, sagte Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, dem Tagesspiegel. Insbesondere für psychisch kranke und traumatisierte Flüchtlinge sei es „ausgesprochen wichtig, dass die Kosten für Dolmetscher, ohne die kaum eine Therapie möglich ist, verlässlich abgedeckt sind“.
In ihrer Not kämen kranke Asylbewerber oft mit ihren Kindern in Arztpraxen, weil diese wenigstens rudimentär über Deutsch- oder Englischkenntnisse verfügten. Dadurch überfordere man die Minderjährigen jedoch. Außerdem gerieten dadurch beide Seiten in eine „unwürdige Situation“. Bisher ist den gesetzlichen Versicherern eine Kostenübernahme für Fremdsprachendolmetscher nicht möglich. Lediglich Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen sind von Behörden oder anderen Leistungsträgern der Sozialhilfe Kommunikationshilfen zu finanzieren.
Für Fremdsprachendolmetscher bei Ärzten und Psychotherapeuten bedürfe es „einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage“, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Florian Lanz. „Es liegt in der Verantwortung des Gesetzgebers zu entscheiden, ob die Kosten übernommen werden sollen. Wenn, dann sehen wir hier eine staatliche Aufgabe und keine der gesetzlichen Krankenversicherung.“
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