Gründe für Krankschreibungen verändern sich

Berlin – Der Krankenstand in Deutschland stagniert im ersten Quartal 2026 auf einem hohen Niveau – aber die Gründe für Krankschreibungen haben sich verändert. Das berichtet der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) nach einer Auswertung des monatlichen Krankenstands der BKKen.
Danach lag der Krankenstand mit durchschnittlich 6,41 Prozent nur geringfügig unter den Vergleichsquartalen von 2024 (6,48 Prozent) und 2025 (6,84 Prozent).
Die Erkältungs- und Grippesaison in 2026 verlief im Vergleich zum Vorjahr laut den BKK-Daten etwas milder. Atemwegserkrankungen sind zwar weiterhin die häufigste Ursache für Fehlzeiten, wobei der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahresquartal aber von 2,04 Prozent auf 1,53 Prozent um rund ein Viertel zurückging.
Demgegenüber legten psychische Erkrankungen zu: von 0,93 Prozent im ersten Quartal 2025 auf nun 1,00 Prozent. Am größten fällt der Zuwachs in jüngeren Altersgruppen aus, allen voran bei den 25- bis 44-Jährigen. Besonders kritisch bei diesem Anstieg ist laut dem BKK-Dachverband die lange Ausfalldauer der Beschäftigten von durchschnittlich mehr als fünf Wochen je Fall.
Besonders wichtig für den Krankenstand ist das Alter der Arbeitnehmer: Beschäftigte unter 25 Jahren hatten im ersten Quartal 2026 einen Krankenstand von 5,25 Prozent. Bei den über 55-Jährigen waren es 9,00 Prozent. Der Grund dafür ist, dass Ältere im Krankheitsfall deutlich länger ausfallen.
Muskel-Skelett-Erkrankungen sind dabei der entscheidende Treiber: Bei den über 55-Jährigen liegt der entsprechende Krankenstand mit 2,34 Prozent sechsmal so hoch wie bei den unter 25-Jährigen (0,38 Prozent). Auch bei psychischen Erkrankungen ist der Abstand gravierend: Die ältere Gruppe kommt auf 1,31 Prozent, die jüngere auf 0,59 Prozent.
„Unsere Botschaft für Unternehmen lautet: Prävention zahlt sich aus – je früher man ansetzt, desto besser. Wer heute in gute Arbeitsbedingungen und Gesundheitsförderung investiert, schützt morgen seine Belegschaft und sichert die Produktivität“, sagte Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.
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