Krankenstand bei Arbeitnehmern leicht gesunken

Berlin – Arbeitnehmer sind nach einer BKK-Analyse im vergangenen Jahr wegen Krankheit etwas seltener arbeitsunfähig gemeldet gewesen. Der Krankenstand bei den Betriebskrankenkassen (BKKen) sank 2025 leicht von 5,90 Prozent auf 5,83 Prozent, wie der BKK-Dachverband heute in Berlin mitteilte.
Damit lägen die Werte weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Coronapandemie. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Den Hauptgrund für den seit Jahren hohen Krankenstand sieht die BKK in der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) im Jahr 2022.
Seitdem werden die Krankmeldungen digital an die Krankenkassen übermittelt und damit erstmals vollständig erfasst. Die elektronische Krankschreibung habe eine „jahrelange Meldelücke“ geschlossen, erklärte die Vorständin des BKK-Dachverbands, Anne-Kathrin Klemm.
Auf Blaumachen per telefonischer Krankschreibung sei der hohe Krankenstand nicht zurückzuführen. Zuletzt waren immer wieder Forderungen nach einer Abschaffung der Krankschreibung per Telefon laut geworden.
Nach Angaben des BKK-Dachverbands sind die Ursachen vielmehr struktureller Natur. Deutschland habe die älteste Arbeitsbevölkerung in der Europäischen Union (EU), die statistisch auch länger erkranke. Wer den Krankenstand senken wolle, „muss an diesen Ursachen ansetzen“, forderte Klemm.
Den größten Anteil an Krankmeldungen bei den BKK-versicherten Arbeitnehmern haben Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rücken- oder Gelenkschmerzen, gefolgt von Atemwegserkrankungen.
Der Anteil psychischer Erkrankungen am Krankenstand stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich – um mehr als 50 Prozent in weniger als einem Jahrzehnt. Depressionen oder Angststörungen seien „keine Randerscheinungen, sondern ein ernstes Signal an die Arbeitgebenden und die Politik gleichermaßen“, erklärte der Kassenverband.
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