Hartmannbund: Elektronische Patientenakte muss praktikabel funktionieren

Berlin – Die Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die elektronische Patientenakte (ePA) zum zentralen Baustein der Gesundheitsreform zu machen, bewertet der Arbeitskreis I „Ambulante Versorgung“ des Hartmannbundes grundsätzlich positiv. Eine sektorenübergreifende Datenverfügbarkeit biete die Chance, die ambulante Versorgung nachhaltig zu stärken.
„Voraussetzung ist jedoch, dass die ePA im Praxisalltag praktikabel funktioniert“, betonte in diesem Zusammenhang Arbeitskreis-Vorstandsmitglied Hans-Ulrich Braun. Derzeit scheitere die Nutzung der ePA vielfach an komplexen, mehrstufigen Authentifizierungs- und Freigabeprozessen. Diese technischen Hürden würden den Versicherten die Einrichtung und Steuerung ihrer Zugriffsrechte erschweren.
Hinzu kämen Informationsdefizite, so Braun. Viele Patienten wüssten nicht ausreichend, welche konkreten Vorteile die ePA biete und wie sie diese sinnvoll nutzen können. Eine Reformstrategie müsse deshalb neben der technischen Weiterentwicklung auch ein strukturiertes, verständliches und bundesweit einheitliches Informations- und Onboarding-Konzept umfassen.
„Datensicherheit hat höchste Priorität – darf aber nicht dazu führen, dass digitale Anwendungen faktisch ungenutzt bleiben“, fügte Arbeitskreis-Mitglied Ahmad Sirfy hinzu. Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit müssten konsequent miteinander in Einklang gebracht werden.
Das erhebliche Potenzial der ePA könne nur ausgeschöpft werden, wenn technische Ausgestaltung, Prozesse und Kommunikation konsequent an der Versorgungsrealität orientiert seien, sagte Sirfy.
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