Ärzteschaft

Nutzerfreundlichkeit der Praxisverwaltungssysteme ausbaufähig

  • Freitag, 6. Februar 2026
/DC Studio, stock.adobe.com
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Berlin – In den diversen Praxisverwaltungssystemen (PVS) ist der Aspekt Nutzerfreundlichkeit qualitativ noch immer sehr unterschiedlich umgesetzt. Dies zeigt ein aktuelles, von der Gematik erstelltes Benutzerfeedback.

Arztpraxen waren gebeten, die Anwenderfreundlichkeit ihrer Praxissoftware auf Basis verschiedener Kriterien zu bewerten, anschließend wurde von der Gematik ein Score über einen Mittelwert der Ergebnisse der Einzelbewertungen gebildet.

Genutzt wurden dafür nur Ergebnisse von Systemen, für die mindestens 60 Nutzende Bewertungen abgegeben haben. Zudem veröffentlicht die Gematik „aufgrund ihrer politisch-regulatorischen Rolle“ ausschließlich anonymisierte Ergebnisse.

Der Vergleich zwischen den so erfassten zwölf PVS zeigt ein klares Gefälle zwischen den einzelnen Systemen. Während der Spitzenreiter bei einer Skala von eins (gut) bis sieben (schlecht) mit einem Nutzerfreundlichkeitsscore von 1,9 aufwarten kann, liegt das letzte PVS bei 4,76.

Insbesondere beim Kriterium „Verständliche Fehlermeldungen und Hilfen zur Fehlerbehebung“ wurden für viele Systeme eher schlechte Werte in der Befragung angegeben. Mit sieben PVS liegt die Mehrzahl bei einem Wert höher als vier.

Eindeutigen Optimierungsbedarf veranschaulichen auch die Ergebnisse für die Kriterien „Keine unnötigen Unterbrechungen bei der Arbeit“ sowie „Bietet Funktionen, um tägliche Aufgaben effizient zu bewältigen“.

Ein detaillierterer Blick auf die ePA-Softwaremodule für die elektronische Patientenakte (ePA) sowie für das elektronische Rezept (E-Rezept) zeigt: Während sich bei dem ePA-Modul noch große Unterschiede in der Anwenderfreundlichkeit der PVS offenbaren, hat sich die Benutzerfreundlichkeit des E-Rezept-Moduls im zweiten Jahr der Versorgung bei einem Großteil der Primärsysteme deutlich verbessert.

Der Befragung zufolge hat sich in den Arztpraxen die Nutzerfreundlichkeit des E-Rezept-Moduls bei elf von zwölf Systemen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Bei der Hälfte der methodisch erfassten PVS liegt der Zufriedenheitswert nun bei 90 Prozent oder höher – schlechter als knapp 70 Prozent schloss kein System ab.

Deutlich uneinheitlicher sind die Werte beim ePA-Modul. Immerhin drei erfasste Systeme können mit Zahlen jenseits der 80-Prozentmarke aufwarten, die Schlusslichter liegen um die 50 Prozent.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) verwies jüngst auf eine eigene Umfrage stützend darauf, dass technische Aspekte nach wie vor ein großes Hemmnis bei der Nutzung der ePA darstellen.

„Durch Nachbesserungen der Hersteller und eine zunehmende Routine der Anwender ist eine weitere Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit zu erwarten“, formuliert es die Gematik.

aha

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