Hausärztverband wirft Kassen Blockadehaltung bei den Hausarztverträgen vor
Berlin – Deutliche Kritik am Umgang der Krankenkassen mit den Verträgen zur hausarztzentrierten Versorgung hat der Deutsche Hausärzteverband geübt. Er kritisiert, viele Kassen blockierten den Abschluss der Verträge, und verweist auf den jüngst erschienenen Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes (BVA).
Danach gibt es zurzeit Hausarztverträge noch nicht flächendeckend, weil viele Krankenkassen ihrer gesetzlichen Verpflichtung nicht nachgekommen seien. „Das BVA hat in seiner Analyse diese Ursache vollkommen richtig benannt“, so der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. Er kritisierte, viele Krankenkassen wirkten dem reibungslosen Ablauf beim Abschluss von Selektivverträgen entgegen.
Die Politik habe dagegen mittlerweile erkannt, wie wichtig Hausarztverträge und damit gute Rahmenbedingungen für Hausärzte seien. Deshalb habe die Regierungskoalition im April dieses Jahres die sogenannte Refinanzierungsklausel in Paragrafen 73b des fünften Sozialgesetzbuches gestrichen und damit eine wichtige Forderung der Hausarztverbände erfüllt.
„Wegen der Zurückhaltung bis hin zur Blockade einiger Krankenkassen können hausarztzentrierte Versorgungsverträge bei insgesamt steigenden Teilnehmerzahlen für HZV-Verträge noch nicht allen Patienten in der Bundesrepublik zugänglich gemacht werden“, bedauert der Hausärzteverband.
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