Hausarztpraxen meist schneller erreichbar als Apotheken

Berlin – Die Zahl der Hausärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, ist mit 55.882 mehr als dreimal so hoch wie die Zahl der Apotheken (17.041). Die mittlere Entfernung zur nächsten Apotheke beträgt für die Bürger rund 1,6 Kilometer, zur nächsten Hausarztpraxis etwa 1,1 Kilometer.
Das geht aus einer neuen Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Danach ist der nächstgelegene Hausarztsitz im Mittel deutlich schneller zu erreichen als die nächstgelegene Apotheke.
„Unsere aktuelle Datenauswertung zeigt deutlich, dass die Hausärztinnen und Hausärzte in Deutschland die wohnortnahe medizinische Versorgung effizient abdecken können“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.
Vermeintliche Lücken in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung könnten daher kein Grund sein, zusätzliche medizinische Leistungen wie Impfungen und Gesundheitschecks auf Apotheken zu verlagern.
„Hausärztinnen und Hausärzte sind Diagnostiker, Koordinatoren und Lotsen durch ein immer komplexer werdendes Gesundheitssystem“, betonte von Stillfried. Sie diagnostizierten, koordinierten Behandlungen und behielten auch komplexe Krankheitsverläufe im Blick.
„Sie müssen erkennen, ob ein Symptom harmlos ist oder vielleicht lebensbedrohlich, ob abgewartet oder sofort gehandelt werden muss. Diese Form der kontinuierlichen, verantwortungsvollen Medizin ist durch nichts zu ersetzen“, betonte der Zi-Vorstandsvorsitzende.
Die Politik sollte aus Sicht des Zi eher darüber nachdenken, wie das Potenzial der fast 56.000 Hausärzte noch besser in der Primärversorgung genutzt werden könne, um Parallelstrukturen, Doppeluntersuchungen und eine Fragmentierung von Versorgungsprozessen zu reduzieren.
Apotheken seien hingegen ein unverzichtbarer Partner der Arztpraxen in der Arzneimittelversorgung. Ihre Rolle liege in der qualitätsgesicherten Abgabe und Beratung zu Medikamenten, hieß es aus dem Zi.
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