Ausland

Hilfswerk: Arzneimittel in der Ukraine werden knapp

  • Donnerstag, 1. Oktober 2026
/picture alliance, Flashpic, Jens Krick
/picture alliance, Flashpic, Jens Krick
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Tönisvorst – Nach Angriffen auf pharmazeutische Lager in der Ukraine warnt das deutsche Medikamentenhilfswerk action medeor vor Engpässen bei wichtigen Arzneimitteln. Allein im September seien nach Angaben ukrainischer Partner mindestens vier größere pharmazeutische Logistikanlagen angegriffen und teilweise zerstört worden, teilte die Organisation mit Sitz im nordrhein-westfälischen Tönisvorst heute mit.

Betroffen seien demnach sowohl Einrichtungen der kommerziellen Arzneimittelversorgung als auch Lager mit medizinischen Hilfsgütern. Nach Angaben von action medeor hat die Weltgesundheitsorganisation seit Jahresbeginn mindestens 15 Angriffe auf Lagerhäuser mit humanitären medizinischen Gütern in der Ukraine registriert.

Die Folgen seien bereits bei der Versorgung von Patienten zu spüren. Eine von action medeor unterstützte Sozialapotheke in Odessa habe zunehmend Schwierigkeiten, bestimmte Medikamente zu beschaffen. Lieferanten könnten teilweise ganze Gruppen von Arzneimitteln nicht mehr liefern, erklärte den Angaben zufolge der Gründer der Apotheke, Igor Fedin.

Nach seinen Angaben fehlen in Odessa unter anderem bestimmte Präparate zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen und Thrombosen sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen. Für Patienten, die solche Medikamente dauerhaft einnehmen müssen, könne eine Unterbrechung der Behandlung erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Action medeor kündigte an, schwer erhältliche Arzneimittel verstärkt in Deutschland zu beschaffen. Eine erste Lieferung mit medizinischen Hilfsgütern solle in den kommenden Tagen in die Ukraine gebracht werden. Eine weitere Lieferung mit Medikamenten, bei denen es derzeit Engpässe gebe, sei in Vorbereitung.

Das Hilfswerk unterstützt nach eigenen Angaben seit Beginn des Krieges medizinische Einrichtungen und Partnerorganisationen in der Ukraine. Die Organisation finanziert ihre Hilfslieferungen überwiegend aus Spenden.

kna

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung