Ausland

Mehr als 900 Angriffe auf medizinische Einrichtungen in diesem Jahr

  • Mittwoch, 19. August 2026
Zerstörungen nach den russischen Angriffen auf das Krankenhaus in Sumy, Ukraine /picture alliance, Anadolu Fermin, Torrano
Zerstörungen nach den russischen Angriffen auf das Krankenhaus in Sumy, Ukraine /picture alliance, Anadolu Fermin, Torrano
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Genf/Berlin – Die Zahl der Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und medizinisches Personal bewegt sich weiter auf nicht hinnehmbarem Niveau. Das beklagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum heutigen Welttag der humanitären Hilfe und würdigte gleichzeitig das Engagement von humanitären Helfern in Konflikten und Krisen.

Die WHO verzeichnete demnach allein in diesem Jahr bisher 914 Angriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens, bei denen 911 Menschen ums Leben kamen und 1.486 verletzt wurden. Die meisten Angriffe seien aus der Ukraine, dem Libanon, den besetzten palästinensischen Gebieten und Myanmar gemeldet worden.

Die UN-Sonderorganisation erfasst Zahlen zu dem Thema seit Ende 2017: Verzeichnet sind seitdem mehr als 10.400 Angriffe auf die Gesundheitsversorgung in 29 Ländern und Gebieten, die zu mehr als 5.700 Todesfällen und 8.500 Verletzten führten.

Die WHO appellierte erneut an Konfliktparteien, dass Gesundheitspersonal, Patienten, Gesundheitseinrichtungen und medizinische Transportmittel gemäß dem humanitären Völkerrecht zu respektieren und zu schützen seien.

Ärzte ohne Grenzen brachte heute in einem Beitrag auf dem Netzwerk Linkedin Trauer um Patientinnen und Patienten sowie Kolleginnen und Kollegen zum Ausdruck, die bei solchen Angriffen getötet wurden. Die Hilfsorganisation appellierte: „Regierungen weltweit sind dafür verantwortlich, das humanitäre Völkerrecht konsequent einzuhalten und zu verteidigen.“

Die Bundesregierung dürfe sich hier nicht zurückhalten, sondern müsse jeden Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht benennen, unabhängige Untersuchungen einfordern und sich international dafür einsetzen, dass derartige Angriffe nicht folgenlos bleiben.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Lars Castellucci, teilte mit, dass weltweit 239 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen seien. Es fehlten jedoch Milliarden, um auch nur die dringendsten Bedarfe zu decken. „Weitere Kürzungen in diesem Bereich wären falsch."

Castellucci sicherte zu, dass Deutschland ein verlässlicher Partner der humanitären Hilfe bleiben werde. „Dafür stellen wir in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung.“ Auch er kritisierte Missachtungen des humanitären Völkerrechts und Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur.

Der Welttag der humanitären Hilfe am 19. August wurde 2008 ausgerufen, um an einen Anschlag auf das UN-Hauptquartier 2003 in Bagdad zu erinnern und um Helfer weltweit zu ehren. Damals wurden 22 humanitäre Einsatzkräfte getötet.

ggr

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