Ärzteschaft

HNO-Praxen planen Einschränkungen der Sprechzeiten

  • Donnerstag, 7. Mai 2026
/Supak, stock.adobe.com
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Neumünster – Mehr als acht von zehn Praxen für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) planen angesichts der Sparpläne im Gesundheitswesen, ihre Sprechzeiten für gesetzlich Krankenversicherte zu kürzen. Mehr als die Hälfte sieht sich gezwungen, Personal abzubauen. Das zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedern des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte (BVHNO).

„Von den Kürzungen im ambulanten Bereich sind insbesondere HNO-Praxen mit vielen Akutpatienten betroffen. Es drohen längere Wartezeiten und eine medizinische Versorgung nach Kassenlage“, warnte der Präsident des Verbandes, Jan Löhler.

Der Umfrage zufolge planen die meisten Praxen eine Reduzierung um vier bis sechs Wochenstunden (42 Prozent). 18 Prozent gehen von einer Reduzierung von ein bis drei Stunden aus. 14 Prozent wollen wöchentlich sechs bis acht Stunden GKV-Sprechzeit streichen.

Durch den erwarteten Umsatzeinbruch droht außerdem ein Stellenabbau. Mehr als die Hälfte der befragten Praxen geht davon aus, mindestens eine Medizinische Fachangestellte entlassen zu müssen.14 Prozent gaben an, außerdem künftig weniger ärztliches Personal in der Praxis anstellen zu können.

Besonders hart trifft die Praxen nach Ansicht des Verbands die geplante Streichung der Zuschläge für die schnelle Terminvermittlung. Diese extrabudgetäre Vergütung spielt für 97 Prozent der HNO-Praxen eine wichtige oder sehr wichtige Rolle. „Durch die Sparmaßnahmen in der GKV droht jetzt ein Honorareinbruch von über 44.000 Euro je HNO-Arzt im Jahr. Darauf werden die Praxen unweigerlich reagieren müssen“, warnt Löhler.

Als Konsequenz aus den Sparplänen ziehen 81 Prozent der HNO-Praxen einen Ausbau der Privatsprechstunden in Betracht. 28 Prozent denken an eine vorzeitige Praxisabgabe. Fast ein Viertel (24 Prozent) kann sich die Rückgabe der Kassenzulassung vorstellen.

„Unsere Blitzumfrage zeigt, wie tief der Frust an der Basis sitzt. Die Sparpläne treffen insbesondere die Praxen, die 2019 im Vertrauen auf die Politik in ihre Praxen investiert und zusätzliche Versorgungsangebote geschaffen haben“, resümiert Löhler.

An der Umfrage nahmen vom 30. April bis 6. Mai 2026 1.203 Mitglieder teil, was einer Rücklaufquote von circa 27 Prozent entspricht.

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